Pflegekinder entführt: Mutter und Stiefvater vor Gericht

Ein 31 Jahre alter Angeklagter hat am Montag vor dem Landgericht Aachen die Entführung seiner zwei Stiefkinder im vergangenen Februar gestanden. Er sei mit einem Komplizen nach Jülich zu der Pflegefamilie gefahren, bei der die Kinder lebten, habe geklingelt und die Pflegemutter und Haushaltshilfe mit einem Elektroschocker attackiert. Mit den beiden ein und zwei Jahre alten Kindern sei er dann in Belgien untergetaucht. Er bezog einen Wohnwagen auf einem Campingplatz in der Nähe von Spa in den Ardennen. Dort waren die Kinder später von Spezialkräften der belgischen Polizei befreit worden.

29.10.2018, 21:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pflegekinder entführt: Mutter und Stiefvater vor Gericht

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv

Als mutmaßliche Täter angeklagt sind außer dem Stiefvater die 32 Jahre alte leibliche Mutter der Kinder, ein 27 Jahre alter Mann und eine 25 Jahre alte Frau. Diese beiden sollen dem Paar geholfen haben. Den Angeklagten wird gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Entziehung Minderjähriger zur Last gelegt. Der Stiefvater ist außerdem wegen sexuellen Missbrauchs in zwei Fällen angeklagt. Dazu wollte er sich am Montag nicht äußern. Der Missbrauch soll sich zwischen Juni und September 2017 ereignet haben, als er noch bei der Familie in Solingen lebte. Im September 2017 wurde der Mutter das Sorgerecht für ihre insgesamt vier Kinder entzogen. Die Urteile in dem Verfahren werden im Januar erwartet.

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