Peters Stuben: Pornografischer Sex und unzüchtige Handlungen im Hinterhof

dzSerie: Häuser erzählen

Peters Stuben in der Wilhelmstraße waren mehr als eine Nachtbar. Aus einem Kabarett mit Oben-Ohne-Tanz wurde in den 70-er-Jahren ein berüchtigtes Rotlicht-Etablissement.

Schwerte

, 30.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Mädchen mit fantasievollen Namen wie Ria Moreno und Monique Chérie empfingen einst die Herren hinter dem halbrunden, hell-verklinkerten Eingang: Als Erotikbar „Peters Stuben“ war das Etablissement in der Wilhelmstraße 3-5 bis in die 80er-Jahre hinein weit über Schwerte hinaus bekannt. Die Adresse wurde nicht nur in den benachbarten Großstädten, sondern auch im Sauerland als Geheimtipp gehandelt.

Rote Aufschrift ist geblieben

Die rote Aufschrift „Stuben“ ist an dem diskreten rückseitigen Eingang an der Friedensstraße bis heute erhalten. Sie erinnert an die turbulente Phase des Lokals, das ursprünglich eine normale Gastwirtschaft gewesen war.

Peters Stuben: Pornografischer Sex und unzüchtige Handlungen im Hinterhof

Heiß her ging es einst in dem Haus Wilhelmstraße 3-5, als dort bis Ende der 80er-Jahre noch die Erotikbar Peters Stuben geöffnet war. © Foto: Reinhard Schmitz

Aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs war sie 1954 bis 1957 samt Kegelbahn wieder aufgebaut worden. Seitdem stand „Peters Stuben“ über der Tür des Treffpunkts für Nachtschwärmer, die in gepflegter Atmosphäre mit Kabarett und kostümierten Tänzerinnen unterhalten wurden. Eine Vier-Mann-Kapelle weckte mit italienischen Schlagern das Fernweh in der rot-tapezierten Bar.

Nach einer Verpachtung Rückkehr mit noch mehr Haut

Nach einer Verpachtung 1967/68 blieb es auf der Bühne nicht mehr beim Oben-ohne-Tanz. Über „pornografischen Sex“ und „unzüchtige Handlungen“ in dem Striptease-Lokal wusste im Jahre 1973 die Zeitschrift „Praline“ zu berichten. Immer wieder versuchten Kirche und Stadtverwaltung mit wenig Erfolg, dem Treiben in dem Rotlicht-Etablissement Einhalt zu gebieten. Als es 1988 schließen musste, gab der Vermieter der Aids-Welle die Schuld.

Ein nachfolgendes Bordell wurde geschlossen

Fünf Jahre später machten die Behörden in den Räumen einen bordellartigen Betrieb dicht. Sechs Frauen waren bei einer Razzia angetroffen worden.

Heute – so berichten Nachbarn – ist es ruhig geworden. Die ehemalige Bar sei zu einem türkischen Café geworden

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