Hessisches Ministerium: Toter Patient im Fall Wilke in NRW

Das hessische Verbraucherschutzministerium bringt einen Todesfall in NRW mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ in Verbindung mit dem Skandal um keimbelastete Wurst des hessischen Fleischverarbeiters Wilke. Der Patient starb nach Angaben der Behörden an einer Infektion mit einem Listerienstamm, der auch in Wilke-Produkten nachgewiesen wurde. „Uns liegt diese Information vom Bundesinstitut für Risikobewertung vor“, sagte eine Sprecherin des hessischen Verbraucherschutzministeriums am Freitag. Die in NRW zuständigen Ministerien blieben mit ihrer Einschätzung deutlich zurückhaltender.

11.10.2019, 16:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Fachleute des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben dem Listerien-Stamm den Namen Sigma1 gegeben. Durch die Untersuchung des RKI und einen Abgleich des Bundesinstituts für Risikobewertung „konnte ein Zusammenhang von Sigma1 zu Wilke bestätigt werden“, sagte eine Sprecherin des hessischen Umweltministeriums.

NRW-Gesundheitsstaatssekretär Edmund Heller zeigte sich bei der Bewertung zurückhaltender. „Ob die Listeriose-Fälle des Typs Sigma1 aus den Jahren 2014 bis 2018 direkt oder indirekt mit listerienbelasteten Waren des Unternehmens Wilke in Verbindung stehen, kann laut der Studie des RKI weder ausgeschlossen noch bestätigt werden“, betonte er.

Insgesamt seien in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2017 und 2018 vier Patienten gestorben, die an einer Sigma1-Listeriose litten, teilte das RKI mit. Die anderen drei Patienten seien aber nicht „direkt oder indirekt an der Listeriose verstorben“.

Der Wursthersteller Wilke in Twistetal-Berndorf war vor über einer Woche geschlossen worden. Immer wieder waren Keime in seinen Produkten gefunden worden. Listerien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein.

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