Paderborner Dom steht mit einem Euro in der Bilanz

Erstmals hat das Erzbistum Paderborn die Finanzen für den Unterhalt und Betrieb seiner Bischofskirche veröffentlicht. Das sogenannte Metropolitankapitel, vergleichbar mit Domkapiteln in anderen Bistümern, wies laut Mitteilung von Dienstag im vergangenen Jahr eine Bilanzsumme von 20,4 Millionen Euro aus. Die Summe bezieht sich nur auf die Vermögenswerte des Doms. Fast ein Drittel der Vermögenswerte seien Immobilien. „Darin ist der Paderborner Dom ebenso wie die Kaiserpfalz mit einem Erinnerungswert von jeweils einem Euro bewertet. Die denkmalgeschützten Gebäude sind unveräußerlich und verursachen laufend hohe Kosten“, teilte das Bistum mit.

20.11.2018, 12:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Paderborner Dom steht mit einem Euro in der Bilanz

Der Dom in Paderdorn. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Ausgaben von 6,2 Millionen Euro standen Einnahmen, zumeist durch Zuschüsse des Erzbistums, von 5,6 Millionen Euro entgegen. Unterm Strich gab es wegen hoher Instandhaltungskosten ein Minus von 547 000 Euro. Die Bistümer in Deutschland hatten nach dem Finanzskandal um den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Transparenz-Offensive gestartet und ihre Bilanzen veröffentlicht.

Nach der Veröffentlichung der Bilanz des Metropolitankapitels fehlen für das Erzbistum Paderborn jetzt noch die Zahlen des Bischöflichen Stuhls. Die will das Erzbistum erstmals 2020 für das Jahr 2019 offenlegen, wie die Leitung im Oktober bei der Vorstellung der Bistums-Bilanz ankündigte. Wegen sprudelnder Steuereinnahmen hatte das Bistum Paderborn bereits für 2017 bei einer Bilanzsumme von 4,4 Milliarden Euro einen Überschuss von 15 Millionen Euro vermeldet.

Nach dem Erzbistum München und Freising und noch vor Köln zählt Paderborn damit zu den wohlhabendsten Bistümern in Deutschland. Die nach Mitgliedern sechstgrößte deutsche Diözese mit 1,52 Millionen Katholiken liegt in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen.

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