Orang-Utan-Weibchen „beschützt“ Zoobesucherin beim Stillen ihres Babys

Ungewöhnliche Begegnung

Eine britische Mutter stillt am Gehege der Orang-Utans im Wiener Zoo ihr Baby. Affen-Weibchen Sol nähert sich den beiden. Die Orang-Utan-Dame hatte kurz zuvor eine Totgeburt zur Welt gebracht.

Wien

16.01.2020, 16:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Orang-Utan-Weibchen „beschützt“ Zoobesucherin beim Stillen ihres Babys

Das trächtige Orang-Utan-Weibchen Sol im Jahr 2017 im Tiergarten Schönbrunn in Wien (Österreich). Sol brachte ihr Jungtier tot zur Welt. © picture alliance / Daniel Zupanc

Während ihrer Wien-Reise hat die britische Kleinfamilie um die junge Mutter Gemma Copeland (30) eine außergewöhnliche Begegnung gemacht. Mit ihrem Freund Shane Prince (31) und ihrem Baby Jasper war sie im Tiergarten Schönbrunn unterwegs. „Wir wollten gerade gehen, als uns auffiel, dass wir die Orang-Utans verpasst haben. Da sind wir noch mal umgedreht“, schrieb Copeland später bei Facebook.

Um ihr Baby zu stillen, setzte sich die 30-Jährige unmittelbar an das Gehege, damit das Baby die Tiere besser sehen konnte. In diesem Moment kam Organ-Utan-Weibchen Sol ganz dicht an die Scheibe, um das Menschenpaar zu beobachten. Der Affe holte sich sogar ein Stück Stoff, mit dem er sich so dicht wie möglich an Mutter und Kind setzte. „Mein Sohn bekam Hunger, da habe ich ihn direkt am Gehege gestillt“, schrieb Copeland auf Facebook. Sol hatte vor kurzem eine Todgeburt zur Welt gebracht. Möglicherweise erklärt das die emotionale Reaktion der Affenmutter.

Rund eine halbe Stunde saß das ungleiche Trio beieinander, der Affe versuchte sogar die Menschen durch die Scheibe hindurch zu streicheln. Copeland und ihr Lebensgefährte Prince filmten und fotografierten das Geschehen.

„Ein einzigartiger Moment, den ich nie vergessen werde“

Sie stellten das Material bei Facebook und Youtube online. Knapp eine Woche nach der Veröffentlichung wurden die Beiträge mehrere Millionen Mal geklickt und tausendfach geteilt. „Ich musste das teilen, weil ich so überwältigt war. Wir sind zwar unterschiedliche Arten, aber der Moment des Stillens hat uns heute in einem einzigartigen Moment verbunden, den ich nie vergessen werde.“

Aus ihrer Begegnung hat Copeland nun eine Kampagne gegründet, mit der sie auf das Stillen in der Öffentlichkeit aufmerksam machen möchte.

RND/man

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