Opfer des Geiselnehmers von Köln verspürt keine Wut

Acht Monate nach der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof geht es der Jugendlichen, die damals schwere Verbrennungen erlitt, wieder besser. „Ich kann gehen, laufen, Sport machen“, sagte die heute 15-Jährige dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag). Auf den vermutlich psychisch kranken Täter verspüre sie keine Wut.

22.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Die Schülerin aus Hennef bei Bonn war am 14. Oktober 2018 in einem Schnellrestaurant im Kölner Hauptbahnhof, als der Täter dort Benzin ausschüttete und es anzündete. Danach nahm der 55-Jährige in der Bahnhofs-Apotheke eine Geisel. Ein Spezialeinsatzkommando schoss den Syrer nieder, er liegt heute wegen schwerer Kopfverletzungen in einer neurologischen Fachklinik, der Haftbefehl wurde zunächst aufgehoben.

Nach Angaben des Stadtanzeigers war die Schülerin in der Benzinpfütze ausgerutscht, Füße und Beine fingen Feuer. Ein Zeuge habe die Flammen gelöscht. Die Verbrennungen der Jugendlichen seien aber tief gewesen. Acht Operationen folgten demnach. Zweimal verpflanzten die Chirurgen Haut vom Kopf auf die Beine, so der Stadtanzeiger.

Ihre langen Haare - die im Krankenhaus abrasiert werden mussten - hat das Mädchen nach eigenen Angaben mit Extensions wieder verlängert. Bald wolle sie auch wieder Röcke und kurze Hosen tragen. Langes Stehen falle ihr noch schwer und sie gehe regelmäßig zur Physiotherapie, berichtete das Mädchen der Zeitung. Sonst aber habe sie kaum Einschränkungen. Im Sommer wolle sie einen Tanzkurs beginnen.

Wut verspüre sie nicht auf den mutmaßlichen Täter: „Es ist nicht so, dass ich mega den Hass hätte auf den, gar nicht. Er soll ja psychisch krank sein“, sagte die Schülerin dem Blatt.

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