Opa (78) aus Werne vergeht sich an seiner Enkelin

Missbrauch

Ein 78-jähriger Rentner aus Werne hat seine Enkelin sexuell missbraucht. Im Prozess vor dem Amtsgericht Lünen zeigt er Reue - und wird dafür mit einer Bewährungsstrafe belohnt.

Werne

, 17.01.2020, 15:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Opa (78) aus Werne vergeht sich an seiner Enkelin

Ein 78-jähriger Rentner aus Werne hat seine Enkelin sexuell missbraucht. © picture alliance / dpa

Mit einem umfassenden Geständnis hat ein 78-jähriger Rentner aus Werne nicht nur seiner Enkelin eine quälende Zeugenbefragung im Missbrauchsprozess erspart. Gleichzeitig eröffnete er dem Amtsgericht Lünen mit seiner Einsicht auch die Möglichkeit, einen Weg zu finden, den Angeklagten nicht ins Gefängnis schicken zu müssen.

Das Urteil lautete schließlich: zwei Jahre Haft auf Bewährung. Das bestätigte Amtsgerichts-Direktor Dr. Niklas Nowatius am Freitag auf Nachfrage. Als Auflage muss der Angeklagte insgesamt 4800 Euro an eine karitative Einrichtung zahlen.

Taten geschahen nach der Schule

Was war geschehen? Die zwölfjährige Schülerin war immer gerne zu ihrem Opa gegangen. Nach der Schule kümmerte er sich regelmäßig um sie und entlastete damit auch die Mutter des Kindes. Ende 2018 brach die heile Welt dann aber jäh zusammen.

Das Mädchen offenbarte sich seiner Mutter und erzählte von Vorfällen, die so gar nicht in ein herzliches Opa-Enkelin-Verhältnis passen wollten. Nach dem Geständnis des Rentners steht fest: Ja, er hat das Kind sexuell missbraucht. Er hat die körperliche Nähe seiner Enkelin gesucht und sie an verbotenen Stellen gestreichelt.

Und hinterher hat er dem Kind immer zu verstehen gegeben, dass es bitte zu Hause nichts von den Übergriffen erzählen solle. Mindestens vier Fälle hat das Amtsgericht sicher festgestellt.

Vier Fälle festgestellt

Die Mutter des Kindes hatte damals sofort Anzeige erstattet. Der Schritt, ihren eigenen Vater bei der Polizei zu melden, wird ihr unendlich schwer gefallen sein. Schon in seiner ersten Vernehmung soll der heute 78-Jährige dann alles zugegeben haben. Doch seine Familie gewann er auch dadurch nicht mehr zurück.

Sowohl die Tochter als auch die Enkelin sollen heute keinerlei Kontakt mehr zu dem Werner unterhalten.

Bei der Begründung der Bewährungsstrafe hielt das Gericht dem Mann vor allem den Umstand zu Gute, dass seine Enkelin nicht mehr als Zeugin aussagen musste. Das Kind befindet sich offenbar bis heute in therapeutischer Behandlung und versucht, das Geschehene aufzuarbeiten. Darüber hinaus ist der 78-Jährige bislang straffrei durchs Leben gegangen.

Angeklagter hat keine Vorstrafen

Als Ersttäter hat man in der Regel gute Chancen, eine Bewährungschance eingeräumt zu bekommen. Natürlich gilt das aber nur in den Fällen, in denen eine Strafe von weniger als zwei Jahren Haft noch in Betracht kommt. Zwei Jahre sind nämlich die magische Grenze. Alles, was darüber liegt, kann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden.

Der Angeklagte hätte noch die Chance gehabt, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Darauf wurde jedoch verzichtet.

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