Oktober 2017: Tierquäler verletzt Pferd in Altendorf

dzHintergrund

Unbekannte haben zwischen dem 14. und 15. Oktober 2017 ein Pferd auf der Weide von Matthias Sellmann am Hals malträtiert. Die Umstände des Angriffs waren für den Pächter rätselhaft.

Fröndenberg

, 25.10.2018, 14:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Juli 2016 bewirtschaftet Matthias Sellmann ein sechs Hektar große Areal zwischen Schwerter Straße und Bahnlinie. Die Pferde stolzieren über die Weide oder „chillen“, wie Sellmann sagt, im Unterstand. Probleme gab es bislang nie. Bis zum 15. Oktober.

Am Sonntagvormittag hat Sellmann die grausige Entdeckung gemacht: Blut trieft aus der Wunde, das Pferd schwitzt stark, ist vollkommen erschöpft. Pächter Sellmann alarmiert die Besitzerin und eine Tierärztin. Sie versorgt die etwa zehn Zentimeter lange Wunde am Hals, näht den verletzten Muskel und die Haut. Nur knapp entgeht das Pferd einer lebensgefährlichen Verletzung. Wenige Zentimeter tiefer und das Tier wäre verblutet.

Die Besitzerin des Pferdes war zwei Tage nach dem Angriff noch immer bestürzt. Aus Angst vor einem persönlichen Angriff wollte sie ihren und den Namen des Pferdes nicht nennen. „Ich weiß nicht, was in solchen Menschen vorgeht“, sagte sie besorgt. Nur zwei Zentimeter tiefer und das Tier wäre verblutet. Seit drei Wochen erst hat ihr Pferd auf der Weide von Matthias Sellmann gegrast. Umso größer saß der Schock nach dem Angriff. Vor allem weil sie befürchtete, dass der oder die Täter noch einmal an die Weide zurückkehren könnten.

Für einen Zufall hielt Sellmann den Angriff jedoch nicht. Erst eine Woche zuvor hatte er am Oberschenkel eines anderen Pferdes eine Wunde entdeckt. Rund, stumpf, aber auch an einer Stelle, die nicht gewöhnlich ist. Zwar könne das Pferd auch gestürzt sein, aber daran mochte Sellmann zu diesem Zeitpunkt nicht mehr glauben. „Durch den Zwischenfall bekommt das natürlich auch eine ganz andere Qualität“, so der Pächter.

Rückblick: Vor wenigen Tagen bekommt Sellmann Besuch von zwei jungen Männern. Sie kommen aus dem Wuppertaler Raum, wie der Pächter sagt, und wollen ihm eine Videoüberwachungsanlage verkaufen. Sellmann lehnt ab. „Das kam mir natürlich merkwürdig vor.“

Am Sonntag, als der 44-Jährige die Pferde auf der Weide kontrollierte, fiel ihm zudem ein schwarzes Coupé auf, das direkt an der Schwerter Straße hielt. Dann ist es plötzlich in hoher Geschwindigkeit in Richtung Dellwig gebraust. „Nachbarn sagten mir, dass das Coupé auch am Samstag hier am Gelände geparkt war.“ Seine Beobachtungen hat Sellmann der Polizei geschildert. Gefasst wurden die Tierquäler nicht.

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