Ohne Arztpraxis hat es in Villigst auch die Apotheke schwer

dzBürger in Sorge

Wenn die Hausarztpraxis schließt, kann auch die benachbarte Apotheke in Schieflage geraten. Besorgte Villigster appellieren an die Treue der Kundschaft.

Villigst

, 01.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Einen Hausarzt gibt es in Villigst nicht mehr. Zum Jahresende werden auch die Arzthelferinnen aus der einstigen Hausarztpraxis von Dr. Uwe Geist an der Villigster Straße 26 abgezogen. Die Praxis Spanke aus der Stadtmitte schließt ihre Dependance in dem Stadtteil. Villigster Bürger sehen diese Entwicklung mit großer Sorge - und befürchten auch Auswirkungen auf die Apotheke.

Keine Hoffnung auf Erhalt der Arztpraxis

Beim Villigster Gespräch am 20. November im Evangelischen Gemeindehaus ging es um das Thema „Villigst ohne Arztpraxis“. Heike Schmidt, die fast 40 Jahre in der Hausarztpraxis tätig war, und Melina Matthieu, Besitzerin der Tannen-Apotheke, stellten sich den besorgten Fragen der Bürger. Wie Mit-Organisator Otfried Altfeld berichtet, sei deutlich geworden, dass der Erhalt der Hausarztpraxis schwierig bis unmöglich sein dürfte, auch wenn die Villigster gern „ihren“ Arzt in der Nachbarschaft hätten, statt in die Stadtmitte fahren zu müssen.

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Vielen Gesprächsteilnehmern sei an diesem Abend aber auch deutlich geworden, dass die Aufgabe der Arztpraxis auch eine Bedrohung für die Apotheke darstelle. „Kein Arzt in der Nähe - keine Apotheke mit Umsatz“ sei die schlichte Formel. „Ohne einen Arzt hätte es auch die Apotheke schwer“, sagte auch schon Dr. Geist bei seinem Abschied 2016 und zeigte sich damals sehr froh, dass die Spankes seine Praxis in Villigst übernahmen. Die Schwangerschaft von Dr. Dorothee Baumann und vergebliche Suche nach Ersatz haben jetzt jedoch das Ende der Hausarztpraxis eingeläutet.

Apothekerin hofft auf Treue ihrer Kunden

Melina Matthieu hofft für sich und ihre acht Mitarbeiter, dass die Kunden ihrer Apotheke, die es schon seit etwa 40 Jahren in Villigst gibt, die Treue halten. Otfried Altfeld: „Die Apothekerin hat in einem sachlichen, aber auch emotionalen Statement deutlich gemacht, dass ihr nicht nur die Tannen-Apotheke sehr ans Herz gewachsen ist, sondern sie die Notwendigkeit ihrer Existenz in Villigst überaus klar erkennt. Als überzeugte Villigsterin möchte sie ihre Apotheke keineswegs schließen.“

Altfeld sowie Andrea und Wolfgang Lange vom Förderverein für das Evangelische Gemeindehaus in Villigst, appellieren an alle Villigster, der Tannen-Apotheke die Treue zu halten und weiterhin dort einzukaufen: „Villigst hat bereits seine meisten Geschäfte, die Gaststätten und die Sparkasse verloren. Nach der Schließung der Arztpraxis muss wenigstens die Apotheke erhalten bleiben.“

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