Grundschulen in Werne haben noch kein Kind abgelehnt - ab 2025 Rechtsanspruch auf OGS-Platz

dzOGS für alle

Nach dem Recht auf einen Kitaplatz folgt das Recht auf einen Platz im offenen Ganztagsbereich. In Werner Grundschulen ist das schon heute ein Thema.

Werne

, 27.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Damit das neue Recht auf einen OGS-Platz durchgesetzt werden kann, muss sich noch Einiges tun: Laut einer Studie des Deutschen Jugendinstituts wünschen sich mehr als 70 Prozent der Eltern eine Ganztagsbetreuung für ihr Kind. Ausgehend davon fehlen in Deutschland etwa 660.000 Hortplätze und rund 100.000 Erzieher. Die müssen bis zum Start des Rechtsanspruches 2025 erst einmal ausgebildet werden.

In den Werner Grundschulen ist die Welt noch in Ordnung: In keiner der drei offenen Ganztagsschulen musste bisher ein Kind abgelehnt werden. Anders als in anderen Städten gäbe es keine Wartelisten, erzählt Susanne Langenkemper von der OGS der Uhlandschule. „Die Werner OGS haben eine Abmachung mit der Stadt, dass grundsätzlich kein Kind abgelehnt wird“, so Langenkemper. Deshalb gelte der Rechtsanspruch für die Werner Grundschulen theoretisch schon heute.

Genug Platz für alle Grundschüler

„Wir sind für alles gewappnet“, so Langenkemper. „Wir haben einen schönen neuen Anbau, wo alle Kinder Platz finden“, fügt sie hinzu. Bisher kümmern sich dort 24 Kräfte um 193 Kinder. 42 Weitere bleiben bis 13.30 Uhr.

In der OGS der neuen Wiehagenschule gibt es ebenfalls Platz: Momentan gehen 150 der insgesamt 360 Grundschüler in den offenen Ganztag. Weitere 50 bleiben nur bis zwei Uhr. Waren es vor dem Umzug nur 45 Quadratmeter in der OGS, können sich die Kleinen jetzt auf rund 400 Quadratmetern ausbreiten.

Ähnlich gelassen sieht es der Sportbund des Kreises Unna, welcher die OGS in der Kardinal-von-Galen-Grundschule in Stockum betreibt. „Ich glaube nicht an plötzlich explodierende Zahlen. Nur weil jeder das Recht hat, sein Kind in die OGS zu schicken, bleibt es ja ein freiwilliges Angebot“, so Björn Hebeler vom Sportbund.

„Wir machen uns keine großen Sorgen. Wir haben genug Personal und Räume. Das reicht auf alle Fälle“, fügt er hinzu. Aktuell gehen 61 Kinder in die OGS der Kardinal-von-Galen-Schule - dort werden sie von sieben Erziehern und einem jungen Menschen betreut, der ein freiwilliges soziales Jahr ableistet.

Probleme mit den Eltern sind dennoch möglich

Dennoch könne es Probleme mit den Eltern geben, die ihren Anspruch ausnutzen: „Wenn die Kinder nach Lust und Laune gebracht werden, also zu ganz unregelmäßigen Zeiten, bringt das unsere Organisation durcheinander“, so Hebeler. An der Kardinal-von-Galen-Schule müsse man sich außerdem für mindestens ein Jahr an die OGS binden.

Wird es den Eltern dann doch zu teuer oder wollen sie ihr Kind aus anderen Gründen aus der Betreuung nehmen, funktioniere das nicht so einfach.

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