Keine Spur von vermissten Kindern: Polizei beendet Grabung

Der monströse Verdacht gegen einen 83-jährigen Wuppertaler, ein Kindermörder zu sein, scheint sich in Luft aufzulösen. Die Grabung nach Kinderleichen auf seinem Grundstück wurde beendet.

02.07.2019, 09:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die tagelange Suche nach Kinderleichen im Garten eines 83-jährigen Wuppertalers ist beendet. „Die Grabungen sind abgeschlossen. Wir haben nichts mit Beweiswert gefunden“, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Dienstag. Es gebe keine Ermittlungen zu konkreten Vermisstenfällen gegen den Rentner. Ebenso wenig gebe es bislang Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch den Mann.

Die offenkundig pädophile Neigung des Mannes und die Funde in seinem Haus hatten den Verdacht ausgelöst, es könnte sich um einen Kindermörder handeln. Dem war die Polizei mit großem Aufwand nachgegangen.

Die Polizei hatte mit Baggern fünf Tage lang seinen etwa 1000 Quadratmeter großen Privatgarten umgegraben. Der Bodenaushub wurde dabei von Leichenspürhunden untersucht. Im dazugehörigen Haus des 83 Jahre alten Mannes hatte die Polizei zuvor große Mengen Kinderpornografie und eine scharfe Kleinkaliberwaffe entdeckt. Außerdem stieß sie in einem Safe auf Zeitungsartikel über vermisste Kinder.

Der 83-Jährige hatte zwar den Besitz der Kinderpornografie zugegeben, aber beteuert, keinem Kind etwas angetan zu haben. „Wir haben bislang keine Beweise, dass der Mann etwas mit dem Verschwinden der Kinder zu tun hat“, hatte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert betont.

Der 83-Jährige war aufgefallen, weil er - engagiert in der Flüchtlingshilfe - einer syrischen Familie einen USB-Stick gegeben hatte, auf dem für sie wichtige Formulare abgespeichert waren. Auf dem Stick waren aber nicht nur Formulare, sondern auch Kinderpornografie. Der Vater der Familie informierte daraufhin die Arbeiterwohlfahrt, diese schaltete die Polizei ein.

Polizisten hatten eine „gewaltige Datenmenge“ an Kinderpornografie aus dem Haus getragen. 50 Festplatten, mehrere Laptops und Computer mit umfangreichem Bildmaterial im Haus sichergestellt. Eine erste Sichtung bestätigte den Verdacht, dass der Mann im Besitz von Kinderpornografie ist.

Wie sich herausstellte, hatte der 83-Jährige ehrenamtlich Schüler bei deren Hausaufgaben betreut und in der Flüchtlingshilfe gearbeitet. Hinweise, dass er seine Ehrenämter ausgenutzt hat, um Kinder sexuell zu missbrauchen, fanden sich bislang aber nicht. Der 83-Jährige ist auf freiem Fuß. Der Haftbefehl gegen ihn wegen Besitzes von Kinderpornografie und Verstoßes gegen das Waffengesetz war von einem Haftrichter außer Vollzug gesetzt worden.

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