Niedrigwasser trotz Sturzregen - Warum das Wasser nicht in der Ruhr in Schwerte ankommt

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Der Mühlenstrang trat nach den langen Regenfällen an manchen Stellen schon schon über die Ufer. In der Ruhr in Schwerte herrscht allerdings Ebbe. Wie passt das zusammen?

Schwerte

, 02.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Sommer 2019 war erneut überdurchschnittlich trocken. Doch seit Sonntag regnet es überdurchschnittlich viel. Immerhin soviel, dass der Strang und andere kleine Zuflüsse der Ruhr schon über die Ufer getreten sind.

Wer allerdings an der Ruhr spazieren geht, kann feststellen, dass hier immer noch große Teile der Kiesbank zu sehen sind. Und in der Tat: Der Pegel in Villigst meldet zehn Zentimeter unter normalem Wasserstand. Woran das liegt, erklärt Britta Balt vom Ruhrverband: Der Wasserstand der Ruhr wird künstlich durch die Talsperren an den Zuläufen und im Oberlauf geregelt. Die sorgten auch dafür, dass der Wasserstand in diesem trockenen Sommer nicht zu sehr fiel. Schließlich wird aus dem Fluss Trinkwasser gewonnen.

Talsperren sind immer noch nicht wieder gefüllt

Aktuell sind die Talsperren aber längst nicht wieder gefüllt. „Bislang haben die Pegel dort 63,2 Prozent vom Vollstau erreicht“, erklärt Britta Balt. Das ist im Herbst, nach einem trockenen Sommer nicht ungewöhnlich. Doch der Füllstand ist auch für Anfang Oktober noch deutlich niedriger als im Schnitt.

Dennoch war der Sommer 2019 nicht so trocken wie der 2018. Zum Vergleich: Am 2. Oktober 2018 waren die Talsperren gerade mal etwas mehr als zur Hälfte gefüllt (55,5 Prozent). Das lag vor allem am verhältnismäßig feuchten März und Oktober in diesem Jahr. Während 2018 die Trockenperiode von Februar bis fast November reichte, ist in diesem Jahr bereits jetzt schon eine Besserung in Sicht.

Über die Hälfte des Wassers bleibt in den Talsperren

Dennoch hält der Ruhrverband weiter Wasser zurück. 12 Kubikmeter strömen derzeit oberhalb der Talsperren pro Sekunde in Richtung Ruhr. 5,6 Kubikmeter erreichen den Fluss. Der Rest dient dazu, wieder Wasservorräte zu schaffen.

Der Ruhrverband betreibt acht Talsperren. Alle liegen an Zuflüssen der Ruhr. Bezogen auf ein einzelnes Flussgebiet (das der Ruhr) ist dies das größte zusammenhängende Talsperrensystem in Deutschland. Hauptfunktion der Talsperren ist die Sicherung der Wasserversorgung für rund 4,6 Millionen Menschen, unter anderem durch Niedrigwasseraufhöhung in Zeiten mit geringem natürlichen Abfluss.

Braune Brühe im Strang ist ungefährlich

Die braune Brühe, die derzeit mit dem Strang zur Ruhr fließt stellt übrigens kein Problem dar. Eine Anfrage bei der Stadt brachte aber Beruhigung. Die Verfärbung sei unbedenklich, berichtete der städtische Pressesprecher Ingo Rous. Ursache sei lediglich Erdreich, das durch den starken Regen irgendwo von den Feldern gespült wurde und in den Bach gelangt sei. Im Fluss verlieren sich die Spuren.

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