Staatsanwalt fordert über sieben Jahre Haft für Sprinterin

Die 27-Jährige Sprinterin sieht es so: Sie steckte vor der WM im Formtief, wollte dopen und dazu Dopingmittel über die Grenze bringen. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist das aber nur eine Schutzbehauptung.

04.11.2019, 03:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Drogenprozess gegen die niederländische Sprinterin Madiea Ghafoor hat die Staatsanwaltschaft sieben Jahre und sechs Monate Haft für die 27-Jährige gefordert. Es sei eine Schutzbehauptung, dass sie nichts von den Drogen gewusst habe, stellte die Staatsanwaltschaft am Montag vor dem Landgericht Kleve fest. Bei einem Transport von Drogen mit einem Straßenverkaufswert von 1,5 Millionen Euro, müsse der Transporteur Bescheid wissen. Ansonsten sei das Risiko zu groß. Die Anklage forderte eine Verurteilung wegen Einfuhr von Drogen und Beihilfe zum Drogenhandel.

Zollbeamte hatten die 27-Jährige im Juni routinemäßig nach ihrer Einreise über die Autobahn bei Emmerich kontrolliert. Dabei hatten sie insgesamt rund 50 Kilogramm Crystal Meth und Ecstasy sichergestellt sowie über 12 000 Euro Bargeld.

Der Verteidiger der Sportlerin forderte eine mildere Strafe, nannte aber kein konkretes Strafmaß. Sie habe nicht unbedingt wissen müssen, dass sie Drogen und nicht - wie sie sagte - Dopingmittel im Auto hatte. Laut einer verlesenen Erklärung habe sie sich vor der WM in Doha wegen eines Formtiefs dopen wollen und sich dabei auf den Transport von Dopingmitteln eingelassen.

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