Neugeschäft der Landesbausparkasse West zieht wieder an

Bausparen war jahrzehntelang fast schon ein Muss in vielen deutschen Familien - manchmal schenkte sogar die Oma dem Enkel einen Bausparvertrag. Zuletzt ging es den Kassen nicht berauschend, die LBS West legt nun aber vielversprechende Zahlen vor.

29.10.2018, 21:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Neugeschäft der Landesbausparkasse West zieht wieder an

Ein Mann geht in die Zentrale der LBS Westdeutsche Landesbausparkasse. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Die hohe Nachfrage nach langfristig niedrigen Zinsen für Immobilienkäufe oder Umbauten hat der Landesbausparkasse (LBS) West ein kräftiges Plus beschert. Das Brutto-Neugeschäft sei in den ersten drei Quartalen 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,9 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro angestiegen, teilte die LBS West auf dpa-Anfrage in Münster mit. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2017 musste die Bank noch ein Minus von vier Prozent hinnehmen. Das lag unter anderem an Änderungen im Vertrieb. Auch diese Änderungen scheinen sich nun auszuzahlen.

Das Brutto-Neugeschäft umfasst alle neu abgeschlossenen Verträge. Das Netto-Neugeschäft wiederum beinhaltet nur die Verträge, die durch Einzahlungen aktiviert wurden - manche Kunden schließen zwar Verträge ab, verlieren dann aber die Lust am Bausparen und werden zu Karteileichen, daher die Unterscheidung zwischen Brutto und Netto.

Bausparen unterteilt sich in zwei Phasen: Zunächst zahlt der Sparer regelmäßig Geld ein, wofür er aktuell sehr wenig Zinsen bekommt. Nach mehreren Jahren bekommt der Bausparer das Recht auf einen verbilligten Kredit, der Vertrag wird also zuteilungsreif. Man kann sich so auf lange Sicht niedrige Darlehenszinsen sichern.

Da es am Finanzmarkt zuletzt Anzeichen eines allmählichen Zinsanstiegs gibt, greifen nun mehr Menschen mit Immobilienplänen zu. „Kunden sichern sich die niedrigen Bauzinsen für ihre Finanzierung von morgen“, erklärte LBS-West-Chef Jörg Münning die guten Zahlen.

Die durchschnittliche Bausparsumme in seiner Kasse stieg von Januar bis September 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,2 Prozent auf 47 348 Euro. Das dürfte an steigenden Preisen am Immobilienmarkt gelegen haben - die Kunden brauchen mehr Geld als früher.

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