Für das frühere Papillon in Schwerte hat der Architekt jetzt andere Pläne

dzEhemalige Diskothek

Das Gründerzeithaus an der Hagener Straße hat sich herausgeputzt. Was noch fehlt, ist eine neue Nutzung für die Disko-Räume. Dort sollte eigentlich eine arabische Pralinenfabrik entstehen.

Schwerte

, 25.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Namensschild nach dem anderen füllt das Tableau der Haustürklingel. Leben kehrt wieder ein in die Etagen des prächtigen Gründerzeithauses an der Hagener Straße, direkt gegenüber vom City-Center. „Sechs von sieben Wohnungen sind vermietet“, sagt der Architekt Manfred Schankat, der die aufwendige Renovierung des Gebäudes von 1907 geleitet hat.

Nur was mit den Räumen im Erdgeschoss passiert, in denen viele Jahre die legendäre Diskothek Papillon zu finden war, ist wieder völlig offen. Der Plan, dort eine Fabrik für arabische Pralinen anzusiedeln, sei gestorben.

Maschinen aus Syrien waren in der EU nicht zugelassen

„Wir hatten so viel Hoffnung darauf gesetzt und Zeit investiert“, erklärt Manfred Schankat. Die 180 Quadratmeter große Fläche war schon von allen Einbauten und allem Unrat aus ihrer letzten Nutzung als Shisha-Bar befreit worden.

Auch der Antrag auf Nutzungsänderung war schon gestellt. Aber das Projekt mit einem Flüchtling aus Syrien, der bereits in seiner Heimat eine Pralinenfabrik betrieben hatte, zog sich in die Länge. Seine Maschinen seien über Ägypten zwar mittlerweile in Salzgitter gelagert. Aber dann habe sich herausgestellt: „Die Maschinen sind nicht in der EU zugelassen.“ Die entsprechenden Sicherheitszertifikate hätten gefehlt.

Für das frühere Papillon in Schwerte hat der Architekt jetzt andere Pläne

Dick durchgestrichen sind die Öffnungszeiten an der Eingangstür zum früheren Papillon. Die Erdgeschoss-Räume dahinter sind inzwischen vollständig entkernt und stehen bereit für eine neue Nutzung. © Reinhard Schmitz

„Wir müssen neue Möglichkeiten suchen“, sagt Manfred Schankat deshalb. Denkbar sei es auch, das Erdgeschoss zu „zwei Super-Wohnungen“ umzubauen. Mittlerweile seien auch die alten Lüftungen aus Gaststätten-Zeiten, die zunächst noch beibehalten worden waren, komplett herausgerissen. Auch die ehemaligen Sanitäranlagen seien entfernt worden.

Stuckverzierte Fassade leuchtet schon wieder in frischer Farbe

Nach wie vor plant der Architekt, die großen Bögen über den Schaufenstern wieder freizulegen und alles neu mit Isolierscheiben zu verglasen. Das könnte noch ein i-Tüpfelchen auf die Restaurierung der stuckverzierten Fassade setzen, die sich seit dem Abbau des Arbeitsgerüstes in frischer sandgelber Farbe zeigt – das Gesimse und die Fensterbrüstungen mit weißen Pinselstrichen abgesetzt. Und der Adler hoch oben am Dachgiebel glänzt – genauso wie die steinerne „Nachteule“ neben der Haustür – wieder goldfarben.

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Was noch fehlt, ist ein schmiedeeisernes Gitter für den Balkon am ersten Obergeschoss, dessen Brüstung derzeit noch mit Platten verkleidet ist. Dazu laufen die Abstimmungen. „Wir warten auf Rückmeldung der Unteren Denkmalbehörde“, berichtet Manfred Schankat. Dann soll sich das Gebäude wieder als Schmuckkästchen präsentieren wie in seiner besten Zeit als Hotel Astoria, einer der ersten Adressen der Stadt.

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