Neubebauung für Schützenhof und FAB-Gelände nimmt erste Hürde

dzStadtplanung

Mit großer Mehrheit haben Schwertes Politiker beschlossen, eine neue Sportanlage in Wandhofen und Wohnungen auf dem Schützenhof zu bauen. Doch am großen Wurf gab es auch heftige Kritik.

Schwerte

, 29.11.2018, 13:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird vermutlich das größte städteplanerische Projekt der vergangenen 30 Jahre in Schwerte, das da am Mittwochabend im Rat auf den Weg gebracht wurde. Das Gelände von Freizeit- und Allwetterbad (FAB) und das VfL-Stadion am Schützenhof sollen einer Wohnbebauung nebst einer Kindertagesstätte und einem neuen Lidl weichen, die Sportler erhalten gemeinsam mit dem TuS Wandhofen eine neue Sportanlage in Wandhofen an der Bahnlinie, und auch der dann ebenfalls frei werdende Sportplatz in Wandhofen wird als Wohnbaufläche vermarktet.

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Erste Kritik von den Nachbarn

Bei der ersten Vorstellung dieser Pläne gab es von den unmittelbaren Nachbarn bereits erste Kritik. Sie befürchten, dass die Nachbarschaft des Einkaufszentrums für sie Ärger und Lärm bedeutet. Vor allem, weil auf den ersten Plänen der Discounter und seine Parkplätze dort gebaut werden sollen, wo jetzt ein kleines Wäldchen steht.

Politisch fiel der Plan in seinen Grundzügen auf fruchtbaren Boden. Schließlich vereinte er die Forderungen von SPD und Linken nach mehr bezahlbarem Wohnraum und die von CDU und FDP nach einem großen Wurf.

Die Grünen hatten sich im Vorfeld bedeckt gehalten. Im Rat merkten sie am Mittwoch Kritik an.

16 Punkte, die ungeklärt sind

In einem Antrag hatten sie 16 Punkte aufgeführt, die vorab geklärt werden müssten. Die Liste reicht von umweltrelevanten Gesichtspunkten über die Finanzierung des Projekts und den Verlust von Gewerbeflächen bis hin zu den Auswirkungen auf den Hochwasserschutz.

Solange dies alles nicht geklärt sei, könne man keinen Grundsatzbeschluss fassen, argumentierte Fraktionssprecher Bruno Heinz-Fischer: „Der Beschluss kommt zu früh.“ Man könne angesichts der zeitlichen Perspektive von mehreren Jahren bis zur Realisierung des Projekts auch bis zur Februarsitzung mit dem Beschluss warten und vorab die Punkte klären.

Dimensionen wie FAB und City-Center

Ob ein positiver Beschluss aus Sicht der Grünen überhaupt kommen sollte, blieb fraglich. Denn Fraktionskollege Reinhard Streibel positionierte sich schon deutlich: „Unsere Priorität liegt auf der Ökologie.“

Und vor diesem Hintergrund müsse man sich fragen, ob man so große Bauprojekte brauche. Fraktionsvorsitzende Andrea Hosang verglich den Plan sogar mit dem Bau des FABs und des City-Centers.

Alle anderen stimmten dem Plan zu

Bei den anderen Fraktionen herrschte hingegen Freude über die Planung. Auch wenn längst noch nicht alle Details geklärt seien. Schließlich habe man die Verwaltung ja nur beauftragt, mit der Planung zu beginnen. „Alles was folgt, wird ja einzeln im Rat entschieden“, so CDU-Fraktions-Chef Marco Kordt.

Und FDP-Ratsfrau Renate Goeke betonte nochmal, dass die Anregung, das gesamte Gelände zu überplanen, eine Idee von FDP und CDU war.

Fragen der Grünen später klären

Lob gab es auch vom Linken-Fraktionschef Dieter Reichwald für das Zusammenführen vieler Interessen in einem Plan („Chapeau, Herr Bürgemeister“) und sogar von der WfS, die vor allem die Investition in den Sport lobte. „Die Fragen, die von den Grünen zu Recht aufgeworfen wurden, müssen jetzt im Planungsprozess geklärt werden“, so WfS-Ratsherr Jonas Becker.

Mit den fünf Gegenstimmen der Grünen wurde der Grundsatzbeschluss zum Umbau gefasst.

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