Neubaugebiet soll rund um das Borker Einzelhandelszentrum entstehen

dzWohnen in Bork

Kurze Wege zum Einkaufen haben alle, die einmal im neuen Wohnquartier Neuenkamp wohnen werden. Sie müssen sich allerdings noch etwas gedulden, bis es so weit ist.

Bork

, 08.11.2018, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lidl, Rossmann und Hosselmann bekommen Nachbarn. Der Grüngürtel rund um das vor eineinhalb Jahren eröffnete Einzelhandelszentrum in Bork wird Bauland. Der Umweltausschuss der Stadt hat dafür am Mittwochabend mehrheitlich die Weichen gestellt, um den nach Angaben der Verwaltung anhaltenden Bedarf an Baugrundstücken zu decken. Allerdings müssen sich Häuslebauer dort noch etwas gedulden. Denn erst soll sich ein anderes Baugebiet füllen.

Die Stadt Selm entwickelt derzeit das Neubaugebiet „Wohnen am Auenpark“: sieben Hektar Bauland an der Münsterlandstraße zwischen dem Campus-Platz am Sport- und Schulgelände und dem dann renaturierten Selmer Bach. Dort werden auf einer Fläche von rund sieben Hektar 80 bis 100 Häuser unterschiedlicher Größe entstehen - inklusive direkten Zugangs zum Auenpark im Westen mit Rodelhügel und Kletterpark: ein Vorzeigeprojekt, mit dem die Stadt auch Neubürger gewinnen will. Das Baugebiet in Bork soll dazu nicht in Konkurrenz treten. Das wird es auch gar nicht können.

Erst Selm, dann Bork

„Um gesamtstädtisch gesehen kein Überangebot zu erzeugen, empfiehlt die Verwaltung, den Planungszeitraum für das Gebiet in Bork so auszurichten, dass Baurechte hierfür erst für 2021 angestrebt werden“, heißt es in der von der Stadtverwaltung formulierten Sitzungsvorlage. In der Sitzung am Dienstag war noch zu hören, dass es auch 2022 oder 2023 werden könne. Kurz: Erst kommt das Baugebiet Auenpark Selm an die Reihe, dann das Baugebiet Einkaufspark Bork, das offiziell Neuenkamp heißen wird, nach einer alten Bezeichnung der Flurstücke dort.

Wie es einmal im Auenpark aussehen könnte, hatte das Team der Stadtplaner- und Architekten-Partnerschaft Heinz Jahnen Pflüger aus Aachen bereits im Frühjahr vorgestellt. Die Planer hatten einen städtebaulichen Wettbewerb gewonnen - mit einer gestaffelten Abfolge unterschiedlicher Haustypen: vom dreigeschossigen Gebäuderiegel an der Münsterland bis zum exklusiven Einfamilienhaus mit unverbaubarem Blick ins Grüne. Wie das Borker Baugebiet einmal aussehen wird, ist indes noch nicht so klar. Das kann sich aber jetzt ändern dank der Zustimmung der Politik.

Projektentwickler will aktiv werden

Die Eigentümer der Grundstücke hatten die Stadt gebeten, einen Bebauungsplan aufzustellen, wie es die Verwaltung mitteilte. Es sei vorgesehen, einen Projektentwickler mit der Erstellung sämtlicher Unterlagen für den Bebauungsplan zu beauftragen. „Ob es bereits Investoren gibt, ist noch nicht bekannt“, sagt Ausschussvorsitzender Wolfgang Jeske (SPD). Ebenfalls nicht, welche Art von Häusern gebaut werden sollen. Um ab 2021 oder später mit der Bebauung beginnen zu können, sei es wichtig, jetzt schon die Planung zu beginnen - nicht nur für die Wohnbebauung in Bork. Platz für Gewerbe wird es ebenfalls gebe.

Neubaugebiet soll rund um das Borker Einzelhandelszentrum entstehen

Von Norden bis Südosten zieht sich gelb die Kreisstraße (B 236) durch Bork. Am Kreisel zweigt die ebengfalls gelbe Netteberger Straße nach Osten ab. Die orange-farbene Fläche, die von beiden Straßen eingefasst ist, ist das Einzelhandelszentrum. Die hellbraune, die sich entlang der B 236 anschließt, soll künftig nicht störendem Gewebe dienen. Die geplante Wohnfläche ist rot markiert. © Stadt Selm: öffentliche Sitzungsvorlage 2018/121

Gebäude mit Büros und Werkräumen sollen einmal entlang der B 236 (Kreisstraße) entstehen - wie eine bewohnte Lärmschutzwand, die die Geräusche der Straße von den Wohnhäusern abhält. Die Häuser wiederum reihen sich rund um das Einzelhandelszentrum: da, wo zurzeit noch Äcker sind. Die Häuser werden ebenso wie die Geschäfte über die Netteberger Straße zu erreichen sein. Nach Norden schließt sich als Abschluss eine ca. 2,3 Hektar große Grünfläche an.

Es gibt nicht nur Zustimmung

„Mir gefällt die Planung“, sagt Norbert Wesselmann, Sprecher der Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB), auf Anfrage. Er sieht darin eine Arrondierung des Siedlungsgebietes. So hatten es auch die Verfasser des Integrierten Handlungskonzeptes für Bork gesehen: Das Baugebiet schaffe eine „Verbindung zwischen der eigentlichen Ortslage Bork und dem Siedlungsbereich Hassel“. „Allerdings“, räumt Wesselmann ein, „gibt es auch in der IGBB einige, die das anders sehen“. Am Ende habe die Mehrheit entschieden. Zur Erinnerung: Ursprünglich wollte die Stadt zunächst ein Baugebiet an der Bahnhofstraße realisieren. Weil sich Stadtverwaltung und Eigentümer aber nicht einig wurden, hatte die Politik das Projekt mehrheitlich zurückgestellt.

Am Donnerstag, 8. November, 17 Uhr, ist das neue Borker Baugebiet auch Thema im Stadtplanungsausschuss, der im Selmer Feuerwehrhaus, Auf der Geist 2, tagt. Dort wird die Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB) auch weitere Ideen für die Entwicklung ihres Ortsteils vorstellen.
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