Mit einem Eklat ist am Sonntag die Ausstellung „Weiße Wölfe“ in der Geschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen eröffnet worden. Besucher und Veranstalter sind alarmiert, unser RN-Redaktionsleiter kommentiert.

Lünen

, 02.10.2018, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch bis Ende Oktober werden in der Münsterstraße 78b Schwarz-Weiß-Zeichnungen einer grafischen Reportage von David Schraven und Jan Feindt über den rechtsextremen Untergrund in Dortmund gezeigt. Sie ist als Warnung zu verstehen und soll Einblick geben in die Ideologie des rechten Terrors sowie das Leben eines rechtsradikalen Gewalttäters, der sich im Netz internationaler Terroristen verfangen hat.

Zur Ausstellung hatte die Grüne Jugend als Veranstalterin den Journalisten David Schraven, Leiter des Recherchezentrums Correctiv, als Eröffnungsredner eingeladen, um mehr über seine Recherchen zur Neonazi-Szene in Dortmund zu erfahren. Allerdings hatte er sich den Termin falsch notiert - weshalb der Referent die Eröffnung zur Enttäuschung der rund 20 Anwesenden verpasste. „Es tut mir wirklich leid“, erklärte er auf RN-Anfrage.

Besucher angepöbelt

Für einen Eklat sorgte indes ein junger Mann, der die Aufmerksamkeit der Veranstalter auf sich zog. Zu ihrer Verwunderung behauptete er, sich in der Reportage wiederzuerkennen und schien gespannt auf die Ausführungen von David Schraven. Laut Helene Abdinghoff, Sprecherin der Grünen Jugend Lünen, wurde er von fünf Personen aus dem rechten Spektrum begleitet.

Nazis stören Ausstellungseröffnung der Grünen Jugend - und fliegen raus

Trotz eines Einlassvorbehaltes, das am Eingang der Parteigeschäftsstelle angebracht war, betraten mindestens sechs rechtsgerichtete Personen die Geschäftsstelle. © Volker Beuckelmann

Die Sprecherin bat die sechs Personen schließlich, die Räume zu verlassen und wies dabei auf einen am Eingang angebrachten Einlassvorbehalt hin, der Rechtsextreme oder Rassisten von der Veranstaltung ausschließen sollte. Unwillig zogen die sechs von dannen, ein junger Mann bepöbelte die Anwesenden als „Rassisten“ und „pädophile Junkie-Partei“.

Entschlossen gegen Rechtsextremismus

„Wie wir ja gerade erkennen mussten, ist auch in Lünen ein klarer Rechtsruck in der Gesellschaft zu erkennen“, sagte Helene Abdinghoff und ging auf die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl ein. Die AfD habe in Lünen knapp 15 Prozent geholt und auch die Partei „Die Rechte“ habe sich im Kreis Unna ausgebreitet. „Wir, die Grüne Jugend und die Partei Bündnis 90/Die Grünen, werden uns immer gegen jegliche Art von rechtem Gedankengut stellen und das friedlich, aber dennoch entschlossen und stark“, betonte Helene Abdinghoff.

In der anschließenden Diskussion schien Einigkeit darüber, durch Aufklärung, Information und Entlarvung dem Rechtsruck zu begegnen.

Wie RN-Redaktionsleiter Daniel Claeßen über diese Aktion denkt, lesen Sie hier:

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