Nasa-Experte Brommer (30) aus Werne entwickelt Drohnen für die Zukunft

dzEntwickler aus Werne

Es klingt so weit weg und wie in einem Film. Doch Christian Brommer (30) hat es geschafft: Der Werner entwickelt Drohnen für die Nasa. Geplant war das alles so eigentlich gar nicht.

Werne

, 05.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Wohnzimmer der Eltern sitzt er auf dem Boden, in der Hand ein Lego-Spielzeug mit Motor und ganz viel Technik drin. So muss es beim jungen Christian Brommer (30) als Kind ausgesehen haben. Dass es für ihn vom Wohnzimmer in Werne eines Tages zur Raumfahrtbehörde Nasa in die USA geht, hätte er sich wohl nie ausmalen können.

„Ich war schon immer interessiert an Technik“, sagt Brommer. Erst war es Lego, dann versuchte er im Haushalt der Eltern alles zu reparieren. Seine Ausbildung zum Elektroniker bei AB Elektronik lag schon früh auf der Hand. Sein Karrieresprung zur Nasa hingegen nicht - selbst für ihn nicht.

Für Abschlussarbeit ging der Werner Christian Brommer zur Nasa

„Das war eine Mischung aus harter Arbeit und glücklichen Zufällen“, sagt Brommer. Nach dem Abschluss an der Wiehagenschule und seiner Ausbildung ging er abends ins Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg, um seine Qualifikation für die Universität nachzuholen. Und dann nahm alles seinen Lauf.

„Das war ein sehr spezielles Szenario“, sagt Brommer über sein Masterstudium in Informations- und Elektrotechnik. Professor Dr.-Ing. Jörg Thiem war neu an der FH Dortmund und erklärte in seiner Vorlesung, dass er schon einmal einen Studenten zur Nasa vermittelt habe. Das wollte Brommer auch, sprach seinen Professor an und bekam schon bald einen Anruf aus den USA.

Nasa-Experte Brommer (30) aus Werne entwickelt Drohnen für die Zukunft

Christian Brommer auf dem Mars-Yard mit dem Nasa-Mars-Rover „Curiosity“. © Christian Brommer

„Ich war sehr aufgeregt. Plötzlich hat man ein Telefonat mit jemandem aus den USA - das ist verrückt“, so Brommer. Das war 2015. Er setzte sich gegen die anderen Bewerber durch und sicherte sich einen sechsmonatigen Auslandsaufenthalt in Pasadena, Kalifornien.

„Man hat das zwar alles schon im Fernsehen gesehen, aber das ist alles noch größer“, sagt Brommer. Seine neue Heimat war das „Jet Propulsion Laboratory“ (JPL) - ein Fluglabor der Nasa. „Diese Abteilung alleine ist schon so groß wie Disneyland.“

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Sein Projekt bei der Nasa: Zwei selbstständig und unabhängig voneinander fliegende Mini-Helikopter mit Kameras entwickeln, aus deren Aufnahmen später ein großes 3D-Bild entsteht. So kann ein Algorithmus komplette Szenerien nachstellen.

Das Projekt war so aufwendig, dass aus den sechs Monaten bei der Nasa dreieinhalb Jahre wurden. „Das ist alles andere als selbstverständlich und ich bin sehr dankbar dafür“, so Brommer. Doch wofür braucht man solch eine Entwicklung überhaupt?

So kommt Brommers Entwicklung zum Einsatz

Brommers Entwicklung ist wichtig für die Landwirtschaft. Biologen nutzen in den USA Überwachungsmethoden, um herauszufinden, was Pflanzen benötigen und was ihnen fehlt. Das Problem bislang: entweder mussten sie auf ungenaue Ultraschallgeräte zurückgreifen oder teure Kleinflugzeuge.

Brommers Drohnen fliegen nun über die Felder, erkennen alles bis auf das Blatt genau, registrieren die fehlenden Nährstoffe und fliegen auch selbstständig zum Aufladen des Akkus wieder zurück. So erschließen sie nach und nach das gesamte Gebiet. Ein Projekt, das später auch bei Asteroid-Missionen genutzt werden könnte, um 3D-Karten zu erstellen.

Nasa-Experte Brommer (30) aus Werne entwickelt Drohnen für die Zukunft

Christian Brommer mit einem Helikopter an der Universität Klagenfurt. © Romy Müller

Brommer hat seine Masterarbeit bei der Nasa abgeschlossen und ist mittlerweile Doktorand an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Ein Schritt, den ihm sein Nasa-Aufenthalt ermöglichte. Hier lernte er Dr. Stephan Weiss kennen, den stellvertretenden Supervisor, der später an die Uni Klagenfurt wechselte.

So geht es für Christian Brommer weiter

„Wir haben immer gescherzt: Wenn ich bei der Nasa fertig bin, bewerbe ich mich bei Stephan als Doktorand.“ Und so kam es dann auch für Brommer. Seit 2018 studiert er in Österreich und hat noch mindestens anderthalb Jahre vor sich.

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Nötig ist der Doktortitel, damit Brommer dauerhaft zurück in die USA kann. Als er 2015 dort startete, kannte er niemanden. Nun erwarten ihn dort Freunde, Kollegen und seine Freundin. Was genau er dort zukünftig machen möchte, ist noch nicht genau klar. Doch viele Projekte warten schon jetzt auf ihn.

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