Mordprozess: Angeklagter spricht von Notwehr

Mit einem Geständnis hat in Dortmund der Prozess um den gewaltsamen Tod eines 66-jährigen Rentners begonnen. Ein Nachbar des Opfers hat am Freitag zugegeben, den Mann am 4. Juni 2018 mit einem Messer schwer verletzt zu haben. Dabei berief er sich allerdings auf Notwehr. Die Staatsanwaltschaft spricht in dem Verfahren am Dortmunder Schwurgericht dagegen von Mord aus Habgier. Sie geht davon aus, dass der angeklagte Deutsche seinem Nachbarn das Auto rauben wollte. Als ihm die Schlüssel nicht ausgehändigt worden seien, habe er zugestochen. Das Opfer war noch am selben Tag verstorben - trotz Not-Operation. Die Klinge des Tatmessers hatte Leber, Zwerchfell und Lunge getroffen.

23.11.2018, 01:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Angeklagte behauptet dagegen, dass er von seinem Nachbarn wie aus heiterem Himmel angegriffen worden sei. „Ich dachte, der will mich umbringen“, hieß es in einer von Verteidigerin Ina Klimpke verlesenen Erklärung. Nach einem wilden Kampf sei es ihm allerdings gelungen, dem 66-Jährigen das Messer abzunehmen. „Ich wollte ihn auf Abstand halten und mich nur wehren“, heißt es in seiner Erklärung. Irgendwann habe er dann aber doch zugestochen.

Neben dem Mordvorwurf geht es im Prozess auch noch um einen Angriff auf seine frühere Lebensgefährtin. Sie hatte der 40-Jährige im März 2018 mit einem Stuhlbein aus Aluminium verprügelt, während sie in der Badewanne lag. Auch das hat er bereits zugegeben. Wegen seiner angeblich extremen Gefährlichkeit droht dem Angeklagten neben lebenslanger Haft auch die Anordnung der Sicherungsverwahrung.

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