Nachbar im Treppenhaus erstochen: viereinhalb Jahre Haft

Ein 49 Jahre alter Mann ist am Dienstag vom Landgericht Köln wegen Totschlags zu viereinhalb Jahre Gefängnis verurteilt worden. Der Mann hatte einen 55 Jahre alten Nachbarn im Dezember 2018 im Treppenhaus des gemeinsam bewohnten Mehrfamilienhauses in Köln-Dünnwald mit sechs Messerstichen tödlich verletzt.

25.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Nachbar im Treppenhaus erstochen: viereinhalb Jahre Haft

Das Landgericht und Amtsgericht in Köln (Nordrhein-Westfalen). Foto: Marius Becker/Archiv

Laut dem Urteil hatte es einen schwelenden Konflikt zwischen den Familien des 55-Jährigen und des Angeklagten wegen Lärmbelästigung gegeben, die die Familie des späteren Opfers der Familie des Angeklagten zugeordnet hatte. Nachdem persönliche Ansprachen zu keiner Lösung geführt hätten, wendete sich die Familie des 55-Jährigen an den Vermieter, was für den Angeklagten eine Abmahnung zur Folge hatte.

Am Tatabend gerieten die beiden Männer dann im Treppenhaus aneinander. Laut dem Urteil sei nicht ausschließbar, dass der 55-Jährige Deutsche die Kinder des aus Äthiopien stammenden Angeklagten beleidigt hatte. Danach sei 49-Jährige von dem Nachbarn möglicherweise rassistisch beleidigt und körperlich attackiert worden. Daraufhin habe der Angeklagte zu einem Messer gegriffen. Der 55-Jährige erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen.

Die Tat war zunächst als heimtückischer Mord vor Gericht verhandelt worden. Grund waren zwei Messerstiche in den Rücken des Opfers. Das Gutachten der Rechtsmedizin konnte eine heimtückische Messerattacke von hinten aber ausschließen. Die Staatsanwaltschaft hatte neuneinhalb Jahre Gefängnis für den Angeklagten gefordert. Die Verteidigung hatte wegen Notwehr auf Freispruch plädiert.

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