Nach Todesfahrt an Bushaltestelle: Mann freigelassen

Ein Mann fährt mit seinem Auto an einer Bushaltestelle in Recklinghausen in eine Menschengruppe. Eine 88-jährige Frau stirbt. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus. Doch jetzt ist der Mann wieder frei.

14.08.2019, 13:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach der Todesfahrt in eine Menschenmenge an einer Bushaltestelle in Recklinghausen ist der Autofahrer wieder frei. Das Bochumer Landgericht entließ den 33 Jahre alten Mann aus der geschlossenen Psychiatrie, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch bestätigte. Laut Gericht kann dem Familienvater aktuell nicht nachgewiesen werden, dass er bei dem Vorfall kurz vor Weihnachten 2018 mit Absicht in die wartende Menschengruppe fuhr. Das hatte das Gericht bereits am Dienstag bekanntgegeben. Bei dem Vorfall waren eine 88-jährige Frau getötet und sieben Passanten verletzt worden.

Vor seiner Entlassung hatte der der Deutsche in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung von Angstzuständen und Depressionen berichtet. In dieser Situation habe er beschlossen, Tabletten zu nehmen und mit dem Auto in den Kanal zu fahren, um sich das Leben zu nehmen. Unmittelbar vor der Bushaltestelle seien ihm dann aber die Augen zugefallen. Nach der Einlassung gehen offenbar auch die Richter nicht mehr von Mord, sondern von einem Unglücksfall aus. Eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung ist weiter möglich.

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