Nach der Thomas-Cook-Pleite: So können betroffene Werner das Geld für ihre Reise einfordern

dzVeranstalter-Pleite

Seit Thomas Cook Insolvenz anmeldete, bangen auch Werner Reisende um ihren Urlaub und ihr Geld. Ob sie den Urlaub erstattet bekommen, bleibt ungewiss. Hoffnung gibt es für Pauschalreisende.

Werne

, 05.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Werner Reisende fürchten um ihren Urlaub: Am 23. September meldete Thomas Cook Insolvenz an. Bis zum 31. Oktober wurden alle Reisen des Veranstalters abgesagt. Ob danach wieder Reisen stattfinden, ist ungewiss. Auch ihr Geld bekommen die Reisenden nicht sicher zurück.

Von der Insolvenz betroffen sind auch Töchter des Unternehmens. 140.000 Urlauber bangten um ihre Rückreise. Inzwischen sitzen noch etwa 17.000 Menschen in den Urlaubsländern fest.

Heidrun Wagner-Peters vom Reisebüro Wagner in Werne ist erleichtert: „Von unseren Kunden steckte zum Glück keiner fest.“ Etwa zehn ihrer Kunden sind von der Pleite des Reiseveranstalters betroffen. „Ich hatte außerdem einige verunsicherte Reisende hier, die sich um ihren Condor-Flug Sorgen machten. Die konnte ich aber beruhigen: Die Flieger fliegen trotzdem.“

Vor Sim-Jü ist ohnehin Flaute

Weniger Kunden kommen wegen der Insolvenz nicht ins Reisebüro: „Vor Sim-Jü ist es generell etwas ruhiger bei uns“, sagt Wagner-Peters hingegen schmunzelnd.

„Außerdem arbeiten wir noch mit vielen anderen Reiseveranstaltern zusammen. Ich denke, es gibt kein Reisebüro, das nicht die ganze Palette anbietet. Wir können unsere Kunden anderweitig unterbringen.“

Auch in den Urlaubsländern gebe es keine Probleme, denn in den Hotels sind nun viele Plätze frei geworden. Alle Reiseziele werden weiterhin angeflogen.

Thomas Cook sagte alle Reisen bis zum 31. Oktober ab, egal ob sie schon angezahlt oder voll bezahlt waren. Reisen ab dem 1. November stehen allerdings noch in der Schwebe.

Reisebüros werden ihre Provision vermutlich nie sehen

Doch nicht nur die Kunden hätten gerne Geld vom Veranstalter. „Unsere Provision können wir vermutlich knicken“, so Wagner-Peters. In ihrer Karriere hat sie schon viele Insolvenzen erlebt. „Thomas Cook war aber schon ein ganz großer Veranstalter.“

Ob ihr Reisebüro eines Tages doch noch Geld vom Veranstalter sieht, ist fraglich: „Solche Verfahren können Jahre dauern. Neulich habe ich Post bezüglich eines anderen Insolvenzfalles bekommen. Das ist gefühlt 20 Jahre her. Mal schauen, ob ich von denen noch Geld bekomme.“

Auch im Reisebüro Lunemann waren vereinzelt Kunden betroffen. Nicole Ruhmöller erklärt, dass man sich vor Insolvenzen im Allgemeinen kaum schützen kann: „Eine Reiserücktrittsversicherung greift nur, wenn dem Reisenden etwas passiert. Es gibt keine direkte Versicherung gegen Veranstalter-Pleiten.“

Für Pauschalreisen gibt es eine Versicherung

Glück hat jedoch, wer eine Pauschalreise gebucht hat. „Zu jeder Pauschalreise gibt es einen Sicherungsschein dazu“, erklärt Iris Droste vom Reisebüro Schulze. Auch dort erkundigten sich besorgte Reisende.

Seit den 90er-Jahren ist der Sicherungsschein verpflichtend. Er greift im Falle einer Insolvenz vonseiten des Veranstalters. Auf dem Schein steht der Name des Versicherers, an den sich der Kunde melden kann. Bei Thomas Cook ist das die Versicherung Zurich.

Rückbeförderung trägt der Reiseveranstalter

Zum Sicherungsschein heißt es in Paragraf 251r BGB: „Der Reiseveranstalter hat sicherzustellen, dass dem Reisenden der gezahlte Reisepreis erstattet wird, soweit im Fall der Zahlungsunfähigkeit des Reiseveranstalters Reiseleistungen ausfallen [...].

Umfasst der Vertrag auch die Beförderung des Reisenden, hat der Reiseveranstalter zudem die vereinbarte Rückbeförderung und die Beherbergung bis zum Zeitpunkt der Rückbeförderung sicherzustellen.“

Versicherungssumme reicht nicht aus

Heidrun Wagner-Peters aus dem Reisebüro Wagner ist jedoch skeptisch, ob alle Kunden ihr Geld zurückbekommen: „Es werden mit dem Sicherungsschein nur 110 Millionen Euro abgedeckt, die auf alle Kunden verteilt werden müssen. Bei Thomas Cook fallen sicher einige Millionen an.

Reicht die Summe nicht aus, bekommen die Kunden nur einen Teil ihres Geldes zurück.“ Das bestätigt auch Zurich-Sprecher Bernd Engelien: „Sie können davon ausgehen, dass dies bei Weitem nicht reicht.“

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