Nach Thomas-Cook-Pleite: Bund will deutsche Urlauber entschädigen

Insolventer Reiseveranstalter

Gute Nachrichten für Pauschalurlauber der deutschen Thomas Cook. Nach Berichten soll die Bundesregierung planen, die Urlauber des insolventen Reiseunternehmens finanziell zu entschädigen.

Berlin

11.12.2019, 08:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach Thomas-Cook-Pleite: Bund will deutsche Urlauber entschädigen

Die Bemühungen um Rettung des angeschlagenen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook sind im September 2019 gescheitert. Thomas Cook hatte kein Geld mehr und stellt den Betrieb ein. © dpa

Auf 250 Millionen Euro hat die Zurich Versicherung Anfang November die entstandene Schadenshöhe durch die Thomas-Cook-Pleite allein für Deutschland beziffert. 110 Millionen davon sind durch Versicherungen gedeckt. Da durch noch nicht eingereichte Schäden die Höhe des Gesamtschadens noch deutlich ansteigen kann, plant die Bundesregierung nach Informationen der ARD den nicht durch Versicherungen gedeckten Rest zu übernehmen.

Möglicher Schaden steigt auf bis zu 500 Millionen Euro

Der Gesamtschaden könnte dabei nach Schätzungen auf 300 bis 500 Millionen Euro steigen. Bis Anfang November ging die Zurich Versicherung von einer Schadenssumme von 250 Millionen Euro aus. Allerdings waren zum damaligen Zeitpunkt die Schadensmeldungen noch nicht vollständig eingegangen.

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Da Pauschalreisen nach Vorgaben der Europäischen Union über den sogenannten Sicherungsschein abgesichert sind, ist es möglich, dass Kunden ihr Geld zurückbekommen, wenn ein Reiseveranstalter Insolvenz anmeldet. 2018 hatte Deutschland die Haftungsgrenze für Unternehmen jedoch auf 110 Millionen Euro herabgesetzt. Aus diesem Grund werden auch die bereits bezahlten Reisen der Thomas Cook-Kunden nur bis zu diesem Betrag zurückerstattet.

Mehrfach hatten Thomas-Cook-Kunden oder deren Vertreter bereits mit Klagen gegen den Bund gedroht, falls sie für die ausgefallenen Reisen nicht vollständig entschädigt werden würden. Laut ARD besagt ein neues Rechtsgutachten der Zurich Versicherung nun, dass der Staat möglicherweise doch für die restliche Schadenssumme haftbar ist.

RND/fw/mf

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