Nach Terroranschlag: Aktionskreis warnt vor „zunehmender rechtsextremistischer Bedrohung“

Gedenkveranstaltung

Auf Einladung des Lüner Aktionskreis gegen Rechtsextremismus nahmen zahlreiche Menschen an einer Gedenkveranstaltung am Mahnmahl der alten Synagoge in Lünen teil.

Lünen

, 14.10.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach Terroranschlag: Aktionskreis warnt vor „zunehmender rechtsextremistischer Bedrohung“

Rainer Schmeltzer (2. v.l.), SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Lüner Aktionskreises gegen Rechtsextremismus, bei der Gedenkveranstaltung am Sonntag am Mahnmal der alten Synagoge. © Runte

„Alles andere als klare Kante wäre falsch.“ Das sagte Rainer Schmeltzer, SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Lüner Aktionskreises gegen Rechtsextremismus, am Sonntag (13.) bei einer Gedenkveranstaltung am Mahnmal der alten Synagoge in Lünen.

Anlass war der Terroranschlag vergangene Woche in Halle, wo ein Rechtsextremist vergeblich versucht hat, eine Synagoge zu stürmen und im Nachhinein zwei Menschen erschoss.

Schmeltzer hielt eine Rede, in der er nicht nur der Opfer des Anschlags gedachte, sondern auch nach vorne blickte und sich gegen die „zunehmende rechtsextremistische Bedrohung“ stark machte.

Inzwischen seien diese Einzeltäter durch große Netzwerke vernetzt und eine strafrechtliche Verfolgung dieser Netzwerke sei längst überfällig, sagte Schmeltzer. Er sprach auch den Einbruch in eine Lüner Physiopraxis an, bei der Rechtsextremisten in der Praxis vandalierten und Hakenkreuze an die Wand schmierten. Außerdem sprach er sich im Namen des Aktionskreises gegen Rechtsextremismus für ein friedliches Miteinander in Lünen und auf der ganzen Welt aus. „Kopfschütteln reicht nicht aus, die stille Mehrheit darf nicht mehr still sein.“ Für diese Äußerungen bekam er von den Anwesenden großen Applaus. Nach der Rede wurden Blumen am Mahnmal der alten Synagoge niedergelegt. „In diesen Zeiten müssen wir alle zusammen stehen“, sagte auch Besucherin Gabriele Germer (64).

Der Lüner Aktionskreis gegen Rechtsextremismus wurde 2011 gegründet und hat seitdem zahlreiche Aktionen und Gegendemonstrationen im Kampf gegen rechts organisiert.

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