Automatensprengung in Cappenberg: Wie groß ist die Chance, die Täter zu ermitteln?

dzVolksbank-Geldautomat

Ein gesprengter Volksbank-Automat, Bargeld als Beute und seit Wochen keine Möglichkeit, in Cappenberg Geld abzuheben: Wie wahrscheinlich ist es, dass sich die Täter dafür verantworten müssen?

Cappenberg

, 12.12.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie viel Bargeld die noch unbekannten Täter bei der Geldautomaten-Sprengung in Cappenberg erbeutet haben, sagen Polizei und die betroffene Volksbank nicht. Fest steht aber, dass den Geldinstitut durch das Verbrechen ein großer Sachschaden entstanden ist - und dass viele Cappenberger Kunden darunter leiden, dass sie fünf Wochen nach der Tat immer noch keine Möglichkeit haben, in ihrem Wohnort Geld abzuheben. Wie wahrscheinlich ist es, dass die, die dafür verantwortlich sind, jemals gestellt werden und sich verantworten müssen?

Ermittlungserfolg der Polizei bei Automaten-Sprengungen nicht besonders hoch

Das Landeskriminalamt (LKA) NRW hat im Fall von Cappenberg kurz nach der Tat die Ermittlungen übernommen. Wie genau der Stand dieser Ermittlungen gerade ist, kann Sprecher Frank Scheulen in Düsseldorf auf Anfrage der Redaktion allerdings nicht sagen: aus ermittlungstaktischen Gründen, wie er erklärt.

Dass die Erfolgsquote der Polizei in NRW beim Aufklären alles andere als bei 100 Prozent liegt, zeigen die Zahlen, die das LKA auf Anfrage herausgibt, deutlich. Zum Beispiel konnten in diesem Jahr erst 19 Geldautomatensprengungen aufgeklärt werden - bei insgesamt 93 geglückten und 50 versuchten Taten dieser Art.

Viel besser ist die Quote auch in den Jahren zuvor nicht gewesen. Hier alle Zahlen im Überblick:

  • 2015 gab es 67 Fälle, 29 Versuche und 35 Tatklärungen.
  • 2016 gab es 136 Fälle, 68 Versuche und 60 Tatklärungen.
  • 2017 gab es 92 Fälle, 46 Versuche und 23 Tatklärungen.
  • 2018 gab es 108 Fälle, 71 Versuche und 27 Tatklärungen.
  • 2019 gab es bisher 93 Fälle, 50 Versuche und 19 Tatklärungen.

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Besonders das Jahr 2016 fällt bei der Betrachtung dieser Zahlen ins Auge: Da hatte sich die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Durch die vermehrte Berichterstattung, so begründete das LKA das in einer Anfrage der Ruhr Nachrichten, habe damals viele Nachahmer nach sich gezogen.

Bei Täter handelt es sich in der Regel um „hochprofessionelle Straftäter“

„Bei den Tätern handelt es sich in der Regel um hochprofessionelle Straftäter, die seit mehreren Jahren Straftaten begehen. Von Täterseite ist man stets bemüht, sich auf die Maßnahmen der Polizei einzustellen“, erklärt Polizeisprecher Frank Scheulen, warum es so schwer ist, die Täter zu ermitteln.

Laut Empfehlung der Polizei sollten, damit es gar nicht erst zu solchen Automatensprengungen kommt, die Automaten und die Standorte mechanisch und elektronisch gesichert sein. Dass bei einer Filiale in der Nacht die Türen verschlossen sind - so halten es seit einiger Zeit immer mehr Banken - reiche da nicht.

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