Nach Orkan „Sabine“ kommen die Sturmfluten – neues Tief im Anmarsch

Neuer Sturm

Orkantief „Sabine“ hat in Deutschland seine Spuren hinterlassen, immer noch wird aufgeräumt. Und ein Tief über Schweden zieht bereits in Richtung Deutschland und bringt neue Sturmböen mit sich.

Hannover

11.02.2020, 13:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Orkan „Sabine“ kommen die Sturmfluten – neues Tief im Anmarsch

Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle in Hamburg stand am Montag (10.2) während einer Sturmflut unter Wasser. © picture alliance/dpa

Orkantief „Sabine“ hat in Deutschland Spuren hinterlassen. Obwohl es wesentlich ruhiger geworden ist, haben die Einsatzkräfte auch am Dienstag noch viel zu tun. Und ein Tief über Schweden verlagert sich in den nächsten Tagen nach Deutschland – es bringt wieder Sturmböen mit sich.

Der Wetterdienst Wetterkontor warnt am Dienstag noch in Teilen von Bayern, Sachsen-Anhalt und Sachsen in Lagen über 800 Metern vor Unwettern, es komme wiederholt zu Schauern und einzelnen Gewittern. Es müsse außerdem weiter mit Sturmböen, vereinzelt schweren Sturmböen und mit einzelnen Orkanböen in den Bergen und an der Nordsee gerechnet werden. Vor allem im höheren Bergland bestehe die Gefahr von Glätte durch Schneeschauer.

Hamburger Fischmarkt erneut überflutet

Die Nordseeinseln erwarten weitere Sturmfluten – dort ist der Badestrand an der Küste Wangerooges durch Sturmtief „Sabine“ bereits stark beschädigt worden. „In der Nacht wird die Grenze zur schweren Sturmflut erreicht, vielleicht liegen wir sogar drüber“, sagte am Dienstag ein Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Von Dienstag bis zur Nacht auf Donnerstag kann es Sturmfluten geben. Das bedeute etwa für die Insel Norderney, dass das Wasser 2,01 Meter höher aufläuft als das mittlere Tidehochwasser. „Zwei Meter wären für uns der Super-GAU“, sagte Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangoh.

Auch der Hamburger Fischmarkt wurde am Dienstagmorgen erneut überflutet. Das Wasser am Hamburger Fischmarkt stieg am frühen Dienstag auf 1,74 Meter über dem mittleren Hochwasser, wie ein Sprecher des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sagte. Schäden habe es keine gegeben, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr.

Es bleibt windig

Der Wetterdienst Wetterkontor rechnet damit, dass es in dieser Woche windig bleiben wird: „Das Wetter ist sehr wechselhaft. Das Regenradar zeigt starke Schauer an: Regen-, Graupel- und Schneeschauer – zwar intensiv, aber kurz. Die Schauer ziehen durch den starken Wind nämlich schnell weiter“, sagte eine Meteorologin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Am Mittwoch ist das Orkantief „Sabine“ zwar endgültig überstanden – ein Tiefdruckgebiet über Schweden lenkt allerdings neue feuchte Meeresluft nach Deutschland. Insbesondere im Norden und im Osten sei mit starkem Wind zu rechnen. Im Norden, an den Küsten und in den Höhen können Sturmböen (70-90 km/h) auftreten. Die kalte Meeresluft bringt Temperaturen mit unter zehn Grad Celsius mit sich.

Viel Regen und auch Sturmböen in den nächsten Tagen

Für die nächsten Tage rechnet Wetterkontor mit wechselhaftem Wetter. Ein neues Tiefdruckgebiet bringt im Westen und in den Höhenlagen der Gebirge viel Regen. Am Donnerstag werden Schneeschauer weniger, dafür regnet es zunehmend. Die neue Regenwelle zieht vom Westen über die Mitte Deutschlands und erreicht am Abend schließlich die Elbe. Ein südlicher Wind weht mäßig bis frisch – in den Höhen gibt es teilweise noch Sturmböen von 80 bis 90 km/h.

Der Freitag wird ungemütlich: Der Regen hält an und der Wind wird stärker. Westwind weht insbesondere im Süden Deutschlands stark. Zwischen Niedersachsen, dem Münsterland und dem Rheinland wird es am Samstag durch ein Tief von der Nordsee wechselhaft. Ab Sonntag nehmen die Schauer wieder zu.

RND/ros mit dpa

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