Fall Marvin K.: 15-Jähriger zur Untersuchung in Klinik - psychischer Zustand unklar

Ermittlungen in Recklinghausen

Wegen Kinderpornografie hatte die Polizei eine Wohnung in Recklinghausen durchsucht. Sie fand den vermissten Marvin K. in einem Schrank. Nun wird er untersucht - einige Fragen bleiben offen.

Recklinghausen

21.12.2019, 12:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fall Marvin K.: 15-Jähriger zur Untersuchung in Klinik - psychischer Zustand unklar

Während die Polizei weiter ermittelt, wird der zwei Jahre lang vermisste Marvin K. in einer Klinik untersucht. © picture alliance/dpa

Nach dem überraschenden Fund eines 15-Jährigen in der Wohnung eines Kinderpornografie-Verdächtigen in Recklinghausen ist der Jugendliche zur Untersuchung in eine Klinik gekommen.

„Er war zwei Jahre lang nicht in der Obhut von Erziehungsberechtigten“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Der psychische Zustand des Jungen werde nun fachärztlich untersucht.

Der vermisste 15-Jährige war am Freitag in der Wohnung eines 44-Jährigen im Schrank gefunden worden, als Ermittler dessen Wohnung wegen des Verdachts auf Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs durchsuchten.

Jugendlicher wird erneut befragt

„Hinweise, dass der Junge gegen seinen Willen in der Wohnung festgehalten wurde, liegen zurzeit nicht vor“, betonte ein Sprecher. Der Jugendliche sollte am Samstag erneut befragt werden.

Laut Recklinghäuser Zeitung soll es sich bei den Jungen um Marvin K. aus Duisburg handeln. Er sei vor zwei Jahren aus einer Wohngruppe in Oer-Erkenschwick verschwunden.

Im Sommer 2019 hatte die Fernsehsendung Aktenzeichen XY ungelöst mit einem Beitrag nach Marvin K. gesucht. Es hieß, er sei zuletzt am Neumarkt in Recklinghausen-Süd gesehen worden.

Ermittlungen gehen weiter

Die Durchsuchungen nach möglichen Beweismitteln wie Datenträgern gehen auch am Samstag weiter. „Jeder Quadratmeter der Wohnung wird von uns auf links gedreht“, sagte ein Sprecher.

Wenn die Räume weitgehend leer geräumt seien, sollten auch Datenspürhunde sie durchforsten. Die ersten beschlagnahmten Geräte und Datenträger werden bereits ausgewertet.

Der 44-Jährige war am Freitag vorläufig festgenommen worden. Noch am Samstag sollte es eine Entscheidung geben, ob die bislang ausgewerteten Beweismittel für einen Haftbefehl ausreichten.

mit dpa

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