Nach Erdogan-Besuch: Reker und Güler fordern Dialog

Nach dem Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wünschen sich Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker und NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) einen neuen Dialog. Reker forderte den Moscheebetreiber Ditib im „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag) zu einem Kurswechsel auf. Der Islam-Verband, der der türkischen Religionsbehörde in Ankara unterstellt ist und als verlängerter Arm Erdogans in Deutschland gilt, müsse sich jetzt bewegen und mitarbeiten. „Vielleicht ist das nach all der enttäuschenden Entwicklung aber auch ein Wendepunkt. Und der könnte dann der Beginn eines neuen Dialogs sein“, sagte Reker.

01.10.2018, 05:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach Erdogan-Besuch: Reker und Güler fordern Dialog

Serap Güler (CDU). Foto: Oliver Berg/Archiv

Integrationsstaatssekretärin Güler rief in der Zeitung dazu auf, „zum konstruktiven Dialog zurückzufinden“. Das liege vor allem im Interesse der türkischstämmigen Menschen in Deutschland, „die unsere Bürger sind“. Erdogans Rede beim Staatsbankett am Freitagabend in Berlin bezeichnete Güler als unpassend. Sie sei aber „froh, dass der ganze Besuch insgesamt ohne größere Zwischenfälle verlaufen ist“.

Erdogan hatte am Samstag zum Abschluss seines Staatsbesuches in Deutschland die neue Ditib-Zentralmoschee in Köln eröffnet. „Es war ein erfolgreicher Besuch“, sagte der türkische Präsident in seiner Rede. Der Besuch habe die deutsch-türkische Freundschaft vertieft. Der Staatsbesuch war allerdings auch begleitet von deutlich weniger versöhnlichen Tönen und Irritationen. Zuletzt hatte Erdogan am Freitagabend während des Staatsbanketts Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiers Kritik an seiner Menschenrechtspolitik scharf zurückgewiesen und Deutschland seinerseits getadelt.

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