Nach Bauern-Protesten gegen Werbung: Edeka bietet Landwirten Rollentausch an

Einzelhandel

„Essen verdient den niedrigsten Preis“ - so warb Edeka für seine Lebensmittel. Bauern gingen auf die Barrikaden, Edeka entschuldigte sich. Jetzt geht die Kette noch einen Schritt weiter.

Minden

30.01.2020, 08:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach Bauern-Protesten gegen Werbung: Edeka bietet Landwirten Rollentausch an

Komiker Otto Waalkes wirbt auf den Plakaten in Oldenburg mit diesem Spruch: „Oldenburg hat einen Preis verdient: den niedrigsten“. Die entsprechende Edeka-Werbung in der Gemeinde Essen (Oldenburg) lautete „Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten“ und sorgte für den Zorn der Bauern. © picture alliance/dpa

Der Lebensmittelhändler Edeka will nach der Treckerdemonstration gegen seine Niedrigpreis-Werbung enger mit den Bauern zusammenarbeiten. So sollen Landwirte die Gelegenheit bekommen, für einen Tag mit einem selbstständigen Einzelhändler den Job zu wechseln.

Das teilte Edeka Minden-Hannover nach einem Treffen mit Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke sowie mit Vertretern der Landfrauen und der Bewegung „Land schafft Verbindung“ am Mittwochnachmittag in Minden mit. Die umstrittenen Werbeplakate sollten „schnellstmöglich“ durch ein neues Motiv ersetzt werden.

„Es ist in unserem ureigenen Interesse, eine gute Beziehung mit den regionalen Erzeugern und Produzenten zu pflegen“, sagte Edeka-Vorstandssprecher Mark Rosenkranz. „Die derzeit sehr sensible Situation in der Landwirtschaft haben wir unterschätzt.“

Edeka: Missverständnis

Plakate mit der Aufschrift „Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten“ hatten die Bauern empört. In der Nacht zum Montag blockierten sie mit rund 200 Traktoren die Zufahrten zum Edeka-Großlager Wiefelstede bei Oldenburg. Edeka sprach allerdings von einem Missverständnis: Gemeint gewesen sei der Ort Essen (Oldenburg), nicht Essen im Sinne von Lebensmitteln. Entsprechend regionalisierte Plakate wurden in mehr als 430 Orten aufgehängt.

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