Nach 21 Monaten Verhandlung: „Voodoo-Prozess“ ist auf die Zielgerade eingebogen

Landgericht Bochum

Der „Voodoo-Prozess“ um sexuelle Ausbeutung in Bordellen in Selm, Castrop-Rauxel und Umgebung steht vor seinem Abschluss - nach fast zwei Jahren und Schilderungen von unvorstellbarer Angst.

Bochum/Selm/Castrop-Rauxel

, 18.09.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach 21 Monaten Verhandlung: „Voodoo-Prozess“ ist auf die Zielgerade eingebogen

Die Angeklagten und ihrer Verteidiger beim Prozessauftakt im "Voodoo-Prozess" im Dezember 2017. © Werner von Braunschweig

Im Prozess um durch Voodoo-Rituale erzwungenen Menschenhandel mit nigerianischen Prostituierten in Rotlicht-Clubs in Selm, Castrop-Rauxel und Umgebung scheint nach inzwischen 21 Monaten Verhandlungsdauer ein Ende in Sicht. Voraussichtlich soll Staatsanwalt Klaus-Peter Kollmann am Freitag mit seinem Schlussvortrag beginnen.

Seit Dezember 2017 verhandelt die 5. Strafkammer am Bochumer Landgericht gegen sechs aus Nigeria stammende Angeklagte wegen Menschenhandels, Zuhälterei, sexueller Ausbeutung und Betrugs. Die Gruppe - vier Männer, zwei Frauen - soll von 2015 bis 2017 mehr als zehn Frauen illegal aus Afrika eingeschleust und anschließend an zahlreiche Bordelle im Ruhrgebiet, auch nach Selm und Castrop-Rauxel, vermittelt haben.

Vor der beschwerlichen Schleusung durch die Sahara und über das Mittelmeer bis nach Europa sollen die betroffenen Frauen in Nigeria vor einen Juju-Priester zur Einschüchterung ein blutiges Voodoo-Ritual mit Tierblut und Fingernägeln durchlaufen haben.

Die Angeklagten sind zum Teil geständig. Die Beweisaufnahme war zunächst von zahlreichen Zeugenbefragungen, teils über mehrere Verhandlungstage andauernd, geprägt. Zuletzt hatten die Bochumer Richter über mehrere Monate hinweg abgehörte Telefonate ausgewertet.

Fünf von sechs Angeklagten sitzen seit mehr als zwei Jahren in Untersuchungs-Haft.

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