NRW hat die meisten Elektrobusse: Gesamtzahl sehr gering

Der Einsatz von umweltfreundlichen Elektrobussen kommt nur langsam voran. NRW schneidet im bundesweiten Vergleich gut ab, profitiert aber auch von einem Sonderfall.

06.09.2019, 06:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
NRW hat die meisten Elektrobusse: Gesamtzahl sehr gering

Der Ladestecker in einem Elektrobus ist bei seiner ersten Fahrt im Fahrgastbetrieb zu sehen. Foto: Christian Charisius/Archivbild

Nordrhein-Westfalen ist Vorreiter beim Einsatz von Linienbussen mit Elektroantrieb. Fast jeder dritte Bus der in Deutschland ganz oder teilweise mit Strom fährt, ist in nordrhein-westfälischen Städten unterwegs. Insgesamt waren es in NRW am Stichtag 31. Juli 264 Busse, wie die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) für ihren E-Bus-Radar ermittelt hat. Das waren 92 Elektrobusse mehr als ein Jahr zuvor.

Bundesweit waren der Untersuchung zufolge 838 E-Busse im Einsatz, 38 mehr als Ende Juli 2018. In den Flotten der Nahverkehrsbetriebe sind Elektrobusse damit noch die große Ausnahme. Nur etwa jedes 50. der rund 40 000 Fahrzeuge wird ganz oder teilweise elektrisch angetrieben.

Die verbreitetste Antriebsart ist nach wie vor der Hybrid mit Verbrennungs- und Batteriemotor. Auf ihn entfallen bundesweit 70 Prozent der von PwC ermittelten Elektrobusse. Die Ruhrgebietsstadt Essen habe in diesem Jahr 45 solcher Hybridbusse in Betrieb genommen. So viele wie keine andere Stadt. Bei den rein elektrisch betriebenen Bussen belege Münster mit 12 Fahrzeugen den dritten Platz hinter Hamburg (23) und Osnabrück (15). In Köln sind demnach 10 Busse mit reinem Elektroantrieb im Einsatz.

Die NRW-Statistik wird durch die 54 in Solingen fahrende O-Busse verbessert. In der bergischen Stadt wurden bereits seit den 1950er Jahren Straßenbahnen von Elektrobussen abgelöst, die den Strom aus einer Oberleitung beziehen. Solche O-Busse gibt es laut Studie nur in zwei weiteren Städten: In Eberswalde (Brandenburg) gibt es 11 O-Busse, in Esslingen (Baden-Württemberg) 10).

Weitere Meldungen