NRW-AfD ringt beim Parteitag um Vorstand und Versöhnung

Die nordrhein-westfälische AfD ist tief gespalten. Nachdem der Großteil des Landesvorstands im Juli zurückgetreten ist, muss eine neue Führungsspitze gewählt werden. Teile der alten Garde wollen den Weg aber nicht räumen. Beim Parteitag drohen weitere Machtkämpfe.

05.10.2019, 02:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
NRW-AfD ringt beim Parteitag um Vorstand und Versöhnung

Das Logo der Alternative für Deutschland (AfD) ist auf Parteibroschüren gedruckt. Foto: Markus Scholz/dpa

Im erbitterten Streit um die Ausrichtung der Partei kommt die nordrhein-westfälische AfD heute (10.00 Uhr) zu einem Landesparteitag zusammen. Im niederrheinischen Kalkar sollen die rund 500 Delegierten einen neuen Vorstand wählen.

Bei einem turbulenten Parteitag im Juli waren neun von zwölf Vorstandsmitgliedern zurückgetreten. Seitdem ist nur noch ein Rumpf-Trio um Landesparteichef Thomas Röckemann an der Spitze. Er gilt als Sympathisant des rechtsnationalen „Flügels“ um den Thüringer AfD-Rechtsaußen Björn Höcke.

Die vergleichsweise gemäßigteren Parteimitglieder werfen den flügelnahen Politikern vor, sie versuchten den NRW-Landesverband zu unterwandern. Mit rund 5300 Mitgliedern stellt Nordrhein-Westfalen nach Parteiangaben den größten AfD-Landesverband.

Das umstrittene Rest-Führungstrio will sich in Kalkar nach Angaben eines Parteisprechers wieder zur Wahl stellen, gemeinsam mit einem Team von sechs Gleichgesinnten. Herausforderer könnte der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Rüdiger Lucassen, werden. Der 68 Jahre alte ehemalige Oberst der Bundeswehr hat aber bereits klargestellt, dass er nicht für eine Doppelspitze zur Verfügung steht, sondern nur als Einzelspitze. Für weitere Vorstandsposten gibt es mehrere Kandidaturen.

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