Mutmaßlicher Rizin-Bombenbauer bestreitet Anschlagsplan

Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln hat sich überraschend zu Wort gemeldet und die schwersten Vorwürfe der Anklage bestritten. Der Anwalt des Tunesiers verlas am Montag am Düsseldorfer Oberlandesgericht eine 44-seitige Erklärung. Darin wies er den Vorwurf zurück, einen Anschlag geplant zu haben.

29.10.2019, 06:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mutmaßlicher Rizin-Bombenbauer bestreitet Anschlagsplan

Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln hat die Anschlagspläne bestritten. F. Foto: Uli Deck/PoOL/dpa

Zusammen mit seiner Ehefrau muss er sich vor Gericht wegen Terrorverdachts verantworten. Die beiden sollen einen islamistischen Anschlag mit dem Biokampfstoff Rizin geplant haben.

Die Salafisten seien die einzigen Menschen gewesen, die sich wirklich für ihn interessiert hätten, gab der Mann zu Protokoll. Wegen seines Glaubens und seines salafistischen Äußeren sei er von der tunesischen Polizei misshandelt und geschlagen worden. Für Folter und Polizeigewalt habe er sich rächen wollen.

Sein Plan sei aber gewesen, nach Syrien ins Gebiet des Islamischen Staates auszureisen. Einen Anschlag in Deutschland habe er nie geplant. Die Anleitungen für den Bombenbau habe er sich nur aus Neugier angeschaut und um sich militärische Fähigkeiten für seine Zeit beim IS anzueignen. Heute verurteile er die Gewalt des IS.

In dem im Juni begonnenen Verfahren wird einem 30-jährigen Tunesier und seiner 43 Jahre alten deutschen Ehefrau die Vorbereitung eines Anschlags mit einer Biowaffe vorgeworfen. Ihnen drohen jeweils bis zu 15 Jahre Haft. Das Paar hatte laut Anklage begonnen, hochgiftiges Rizin aus Tausenden Rizinus-Samen zu gewinnen.

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