Mutmaßlicher Kindesentführer von Velbert vor Gericht

Die Ermittler gehen davon aus, dass nur ein Verkehrsunfall einem zehnjährigen Jungen in Velbert ein schlimmes Schicksal erspart hat. Ein Mann soll ihn im Februar in sein Auto gelockt haben: erst freundlich - dann aggressiv.

07.10.2019, 06:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mutmaßlicher Kindesentführer von Velbert vor Gericht

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Landgericht in Wuppertal. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Der mutmaßliche Entführer eines Zehnjährigen in Velbert muss sich vom kommenden Freitag an in Wuppertal vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 22-Jährigen versuchten sexuellen Kindesmissbrauch und Freiheitsberaubung vor.

Der Mann hatte zugegeben, den Schüler im Februar in einem von ihm angemieteten Auto mitgenommen zu haben. Die Tatvorwürfe hatte er aber bestritten. Er habe den Jungen nur zu seiner Schule bringen wollen, weil er wegen eines Praktikums auch dorthin gewollt habe.

Als er mit seinem Wagen in einer Kurve von der Straße abkam und in eine Böschung rutschte, soll er den Zehnjährigen laufen gelassen haben. Vor Ort fanden die Ermittler passende Unfallspuren.

Die Ermittler stellten fest, dass der 22-Jährige sich zuvor im Internet intensiv mit dem Entführen, Missbrauchen und Ermorden von Kindern beschäftigt habe. Daraufhin konnten sie einen Haftbefehl gegen ihn erwirken.

Ein Werkstattbesitzer hatte den Hinweis auf den Verdächtigen gegeben. Bei ihm hatte er den schwarzen Kleinwagen im fraglichen Zeitraum gemietet und mit entsprechenden Unfallspuren zurückgebracht.

In der Anklage heißt es, dass das Kind zunächst abgelehnt habe, zu dem Unbekannten ins Auto zu steigen. Erst als dieser aggressiv geworden sei, habe er den Jungen auf seinem Tretroller so eingeschüchtert, dass er zugestiegen sei.

Dann sei er in das nahe gelegene Wodantal gefahren. Bevor er dort in einen kleinen Waldweg einbiegen konnte, sei er bei einem Wendemanöver von der Straße abgekommen.

Der Junge sei ausgestiegen, habe begonnen zu weinen und seinen Roller zurückgefordert. Daraufhin habe der Angeklagte seinen Plan aufgegeben und das Kind ziehen lassen. Das Wuppertaler Landgericht hat für den Fall sechs Verhandlungstage angesetzt.

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