Mutmaßliche IS-Terroristin aus Bochum will aussagen

Eine junge Bochumerin muss sich seit Dienstag in Düsseldorf als mutmaßliche IS-Terroristin vor Gericht verantworten. In Syrien soll sie anderen Frauen Sprengstoffgürtel zum Verkauf angeboten haben.

10.09.2019, 02:39 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine mutmaßliche IS-Terroristin aus Bochum will vor Gericht umfassend aussagen. Das werde ein bis zwei Tage in Anspruch nehmen, kündigten ihr Verteidiger am Dienstag beim Prozessauftakt vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht an. Die Bundesanwaltschaft wirft der 27-jährigen Deutschen unter anderem Kriegsverbrechen und Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor.

Laut Anklage wurde sie im Umgang mit Kriegswaffen ausgebildet und trug zeitweilig einen Sprengstoffgürtel. Solche Gürtel soll sie anderen deutschsprachigen Frauen zudem zum Kauf angeboten haben. Nach Angaben des Gerichts hat die Angeklagte zu den Vorwürfen bislang geschwiegen.

Sie war laut Anklage im Februar 2014 nach Syrien gereist und hatte sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Noch am Tag ihrer Einreise habe sie einen IS-Kämpfer geheiratet, zu dem sie über das Internet Kontakt geknüpft hatte.

Mit ihm und ihrem gemeinsamen Kind soll sie in Syrien und im Irak in verschiedenen vom IS zugewiesenen Wohnungen und einem Haus gelebt haben, deren Bewohner vor der Terrormiliz geflohen waren. Zeitweilig soll sie auch Zweitfrau eines höherrangigen IS-Mitglieds gewesen sein. Die Ehe sei aber nach drei Wochen geschieden worden.

Sie habe sich an automatischen Schusswaffen wie der Kalaschnikow ausbilden lassen. Im Februar 2017 war sie an der Grenze zur Türkei festgenommen worden. Ihr drohen nun bis zu zehn Jahre Haft. Das Gericht hat bis Mitte Dezember zunächst zwölf Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess soll am 24. September fortgesetzt werden.

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