Mutmaßlichem „deutschen Taliban“ droht lebenslange Haft

Einem mutmaßlichen „deutschen Taliban“ droht lebenslange Haft. Er soll in Afghanistan in einer Eliteeinheit gekämpft haben. Am Mittwoch begann in Düsseldorf der Prozess gegen den 37-Jährigen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Terrorismus, versuchten Mord und die Nutzung von Kriegswaffen vor.

18.10.2018, 11:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mutmaßlichem „deutschen Taliban“ droht lebenslange Haft

Das Oberlandesgericht in Düsseldorf. Foto: Roland Weihrauch/Archiv

Der Angeklagte wies beim Prozessauftakt darauf hin, an massiven psychischen Problemen zu leiden. Er sei bei der Bundeswehr ausgemustert worden. Zu den Tatvorwürfen wollte er sich zunächst nicht äußern.

Der in Polen geborene Deutsche war im Februar von Spezialkräften im Süden Afghanistans gefangen genommen worden. Den Ermittlungen zufolge war er im August 2012 nach Pakistan gereist und hatte fünf Jahre lang in den Reihen der Taliban gekämpft. Er wohnte zuvor im Raum Worms in Rheinland-Pfalz.

Laut Anklage war der Mann in einer für Selbstmordanschläge zuständigen Einheit eingesetzt, baute Sprengsätze und kundschaftete mögliche Anschlagsziele aus. Außerdem habe er bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt der afghanischen Armee eine Mörsergranate abgefeuert. Dies war für ein Propagandavideo gefilmt worden. Die Aufnahmen trugen ihm den Vorwurf des versuchten Mordes ein.

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