Musikalische Spurensuche: Richie Arndt war zu Gast im Selmer Bürgerhaus

Richie Arndt

Amerika gilt immer noch als Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Auf Grenzen der Menschlichkeit stieß der Musiker Richie Arndt, als er sich im Juni 2014 auf Spurensuche seiner Idole begab.

Selm

, 12.10.2018, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Musikalische Spurensuche: Richie Arndt war zu Gast im Selmer Bürgerhaus

Richie Arndt war zu Gast im Selmer Bürgerhaus und nahm rund 70 Zuschauer mit auf eine Reise in das Land seiner Musikidole. © MEISEL-KEMPER

Nach dieser Reise schrieb er seine Erfahrungen nieder, illustrierte diese mit Fotos von Raphael Tenschert und nahm einige legendäre Welthits aus dieser Region mit seiner Band auf. Im Bürgerhaus in Selm ließ er rund 70 Besucher am Mittwoch an seinen Erlebnissen teilhaben. In einer Multimediashow las er aus dem Buch, das als Hörbuch mit der Musik-CD unter dem Titel „Mississippi. Songs Along the Road“ erschienen ist, zeigte die Fotos und kleine Videos und spielte live die Welthits.

Arndt, der heute 60 Jahre alt ist und im ostwestfälischen Hille lebt, ist seit seinem 13. Lebensjahr dem Blues verfallen. „Zehn Jahre habe ich versucht, als professioneller Musiker von dieser Leidenschaft zu leben. Dann bin ich doch lieber wieder zum Lehrerberuf zurückgekehrt. Heute habe ich die Freiheit, das zu spielen, was ich will“, verriet er im Gespräch in der Pause. Immer wieder stieß er auf Spuren der goldenen Ära des Blues. Damals waren afroamerikanische Musiker wie Robert Johnson (1911-1938) oder BB King (1925-2015) noch aufgrund ihrer Hautfarbe in den Südstaaten unterdrückt.

New Orleans

„Die Rassentrennung würde ich ändern. Ansonsten würde ich nichts ändern“, zitierte Arndt BB King. Baptist Town war ein ärmerer Ort, wo er wieder den Spuren von Johnson folgte. „Er hat hier auch gespielt. Die Einfamilienhäuser aus Holz sind das Symbol für die arme, überwiegend schwarze Bevölkerung“, las Arndt und zeigte dazu etliche Fotos als Dokumentation. Seine Reise führte ihn auch nach New Orleans, der Wiege des Jazz. Arndt, der in Selm die großen Bluesklassiker „Walking in Memphis“ und „Crossroads“ live spielte, ließ sich dazu verleiten, auch einen Jazzklassiker als Hymne an diesen legendären Ort aufzunehmen. „Do You Know What It Means to Miss New Orleans“ hieß dieser Titel.

„Rausch von Bildern“

Immer wieder wies er in seiner Lesung auch auf die kulinarischen Köstlichkeiten der Südstaaten hin. Ohne Gewichtszunahme käme man von dieser Reise nicht nach Hause, schob er humorvoll ein. „Was für ein Rausch von Bildern, Geschichten und Musik“, fasste Arndt seine Eindrücke zum Schluss zusammen. Im Januar wird er mit seiner Richie Arndt Band feat. Georg Schroeter in Memphis als einzige deutsche Bluesband am Wettbewerb der International Blues Challenge teilnehmen.

Er bot interessierten Besuchern an, die Reise mit ihm zusammen zu unternehmen. Ulrich Temme aus Selm zeigte sich von diesem Angebot angetan. „Ich bin heute gekommen, einmal weil mich die Musik interessiert. Ich war auch schon mal am Mississippi vor zwei Jahren, allerdings weiter nördlich“, so Temme.

Zum Schluss sang Arndt mit dem Publikum den legendären Elvis-Presley-Hit „Love Me Tender“, denn auch Elvis Presley begegnete er auf seiner „Pilgerreise zur Musik“ mehrfach.

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