Museum gibt Gemälde an jüdische Erbin - und kauft es zurück

Das Dürener Leopold-Hoesch-Museum hat ein im Zweiten Weltkrieg geraubtes Gemälde des Expressionisten Heinrich Campendonk der Erbin eines jüdischen Sammlers zurückgegeben - und gleich wieder zurückgekauft. Das Gemälde „Bild mit Tieren“ stammt aus der Kunstsammlung des jüdischen Mäzens Alfred Hess, dessen Familie vor den Nationalsozialisten geflohen war. Da es sich bei dem Bild nachweislich um verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut handele, entschloss sich die Stadt Düren das Bild an die Erbin zurückzugeben, wie die Verwaltung am Montag mitteilte. Um das wichtige Bild für die Sammlung des Museums und damit für die Öffentlichkeit zu erhalten, habe man dann mit der Erbin vereinbart, das Bild für eine zunächst nicht näher genannte Summe zurückzukaufen. Campendonk (1889 - 1931) zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Expressionismus und der Gruppe Blauer Reiter.

25.11.2019, 16:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Um ihren Lebensunterhalt im Exil zu sichern, hatte die Familie Hess das Gemälde mit anderen dem Kölnischen Kunstverein übergeben, wo sie angeblich im Krieg zerstört worden waren. Der dortige Hängemeister hatte jedoch Anfang der 1950er Jahre in einem Prozess zugegeben, Gemälde aus der Sammlung Hess gestohlen zu haben. Einige aufgefundene Bilder gingen zurück an die Erben, „Bild mit Tieren“ blieb lange verschwunden. Der Dürener Sammler Felix Peltzer hatte es dann in einer Galerie in Düsseldorf erworben. Seine Witwe schenkte es dem Leopold-Hoesch-Museum.

Allein die Kulturstiftung der Länder beteiligt sich mit 77 000 Euro an dem Rückkauf. Auch die Stadt Düren, das NRW-Kulturministerium, die Ernst von Siemens Kulturstiftung sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien haben den Rückkauf gefördert.

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