Museum Folkwang zeigt große Nancy Spero-Retrospektive

Nancy Speros Bilder zeigen oft das Leid von Menschen und sind nicht selten drastisch. Das Museum Folkwang zeigt jetzt einen Überblick über das Werk der 2009 gestorbenen Künstlerin.

06.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Dem Werk der US-amerikanischen Künstlerin Nancy Spero (1926-2009) widmet das Museum Folkwang in Essen von diesem Freitag an eine große Überblicksausstellung. Gezeigt werden 75 Werke, vor allem Arbeiten auf Papier und Gemälde. Zeitlebens habe sie sich mit existenziellen Aspekten des Menschseins auseinandergesetzt, teilte das Museum am Donnerstag mit. „Krieg und Gewalt spielen in ihrem Werk ebenso eine Rolle wie Ungerechtigkeiten im Verhältnis der Geschlechter.“

Gezeigt werden unter anderem Arbeiten aus der Gruppe der „War Series“ (1966-70), in denen sie Krieg und Gewalt anprangert. Häufig bildet sie darauf Helikopter oder Bomben ab, die oft die Gestalt männlicher Monster annehmen. Einer der Höhepunkte der Schau ist die Installation „Maypole: Take No Prisoners“, die Spero 2007 für die 52. Biennale in Venedig schuf. Zu sehen ist eine Art Maibaum, an dessen Bändern gemalte, malträtierte Köpfe befestigt sind.

Die Frage nach der Stellung von Frauen sei im Werk Speros im Laufe der Zeit immer wichtiger geworden, berichtete das Museum weiter. Ab 1972 bildete sie nur noch Frauen in ihren Werken ab. Die Künstlerin griff dabei sowohl auf Motive der Antike als auch auf zeitgenössische Darstellungen zurück. Eine der wichtigsten Arbeiten, mit denen Spero die Unterdrückung von Frauen thematisiert, ist das Werk „Torture of Woman“ von 1976. Spero kombiniert dabei Frauendarstellungen mit Textfragmenten von Folterungen in autoritären Regimen.

Die Retrospektive ist bis zum 25. August in Essen zu sehen. Danach wird sie in Kunstmuseen in Schweden, Dänemark und Norwegen gezeigt.

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