AIDS-Aufklärung und Keith Haring: Folkwanger Programm 2020

Museum in der Stadt - Museum für die Stadt: Auch 2020 will das Essener Folkwang-Museum wieder ein breites Publikum in den vor zehn Jahren eröffneten Chipperfield-Bau locken. Besuchermagnet dürfte vor allem eine große Keith Haring-Schau ab Ende Mai werden.

05.12.2019, 13:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter dem Titel „Rettet die Liebe!“ zeigt das Museum Folkwang im kommenden Jahr internationale Plakate gegen AIDS. Seit Anfang der 1980er Jahre gebe es weltweit Informations- und Aufklärungskampagnen - das Medium Plakat spiele dabei eine wichtige Rolle, teilte das Museum am Donnerstag in Essen bei der Vorstellung seines Jahresprogramms mit. Gezeigt werden rund 300 Plakate aus aller Welt. Deutlich werde, wie verschieden die Ansprache in den unterschiedlichen Kulturen ausgeprägt sei: witzig, solidarisch, informativ, aufklärend oder ermahnend. Eröffnung ist am 8. Mai.

Zu sehen sind dabei auch Plakate des US-amerikanischen Künstlers Keith Haring (1958-1990), dem das Museum im kommenden Jahr eine große Retrospektive widmet. In seiner Kunst und mit seinen eingängigen Motiven habe sich der Künstler immer wieder mit den drängenden Problemen seiner Zeit auseinandergesetzt, hieß es. Gezeigt werden mehr als 85 Werke, darunter großformatige Gemälde, frühe Zeichnungen, Video- und Performanceexperimente, Plakate und Schallplattencover. Die Haring-Ausstellung startet am 29. Mai. Sie war bereits in Liverpool zu sehen. Von diesem Freitag an wird sie im Kulturzentrum Bozar in Brüssel gezeigt.

Das Ausstellungsjahr 2020 beginnt mit einer Fotoausstellung. Unter dem Titel „Vertrautheit mit den Dingen“ sind rund 130 Werke der Fotografin Aenne Biermann (1898-1933) zu sehen, laut Museum eine „Wegweiserin der modernen Fotografie“. Die Schau beginnt am 21. Februar.

Ende kommenden Jahres kann in der großen Ausstellungshalle die Großinstallation „The Happy End of Franz Kafka’s „Amerika““ von Martin Kippenberger (1953-1997) bestaunt werden. Inspiriert von Kafkas Romanfragment „Der Verschollene“/„Amerika“ baute Kippenberger ein etwa 20 mal 30 Meter großes Sportfeld, auf dem 50 Sitz- und Tischgruppen stehen. Die Installation wird nach Angaben des Museums erstmals nach vielen Jahren wieder vollständig und in Deutschland zu sehen sein. Die Schau beginnt am 20. November und endet Mitte Februar 2021. Kippenberger wuchs als Sohn eines Bergwerksdirektors in Essen auf. Folkwang-Direktor Peter Gorschlüter bezeichnete ihn als „bedeutendsten Nachkriegskünstler der Stadt“.

Noch bis Mitte März läuft die große Ausstellung „Der montierte Mensch“ über das ambivalente Verhältnis zwischen Mensch und Technik. Die Themenschau zeigt, auf welche Weise Künstler in den vergangenen 130 Jahren in ihren Werken Mensch und Maschine gesehen haben. Zu sehen sind mehr als 200 Werke von 124 Künstlern, darunter Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Foto-Experimente, Installationen und Filme.

Weitere Meldungen
Meistgelesen