Multikulturelles Forum will mehr Jugendliche zur Polizei bringen

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Wer bei der Polizei arbeitet, hat es mit allen Menschen in der Gesellschaft zu tun. Das erfordert auch, mit dieser Vielfalt umzugehen - weshalb die Behörde einen neuen Partner in Lünen hat.

Lünen

, 28.11.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange hat am Donnerstag (21.11.) zusammen mit Vertretern des Multikulturellen Forums ein Mediengespräch zum Thema „Vielfalt und interkulturelle Öffnung“ geführt. Hintergrund des Medientermins ist eine bevorstehende, gemeinsame Dialogveranstaltung im Polizeipräsidium für Polizeibeamte und Vertreter der Projektpartner.

Wer bei der Polizei arbeitet, hat es mit allen Menschen in der Stadtgesellschaft zu tun. In einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft, die heute Normalität in Deutschland ist, erfordert dies auch, kompetent und sensibel mit dieser Vielfalt umgehen zu können. Eine Zielsetzung, die für die Polizei seit Oktober 2017 eine fest installierte Daueraufgabe darstelle.

Wertschätzender Umgang mit religiöser Vielfalt

Im Rahmen seines Projekts „Vielfalt Plus - Interkulturelle Öffnung von Verwaltungen“ unterstützt auch das Multikulturelle Forum die Polizei Dortmund dabei, für einen wertschätzenden Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt sensibilisiert zu sein, ihre interkulturellen Kompetenzen und Kommunikation auszubauen sowie zu einer offenen Organisationskultur zu finden.

Jugendliche mit Migrationshintergrund für Polizeidienst gewinnen

Maßnahmen zur interkulturellen Öffnung hatte die Dortmunder Polizei bereits seit längerem ergriffen. So setzt sie z. B. auf die gezielte Anwerbung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund für den Polizeidienst. Die Etablierung des Präventionsforums mit muslimischen Organisationen im Jahr 2014, der Einsatz einer Kontaktbeamtin für diese sowie verschiedene gemeinsame Dialogreihen, bauen den vertrauensvollen Umgang untereinander aus und etablieren einen regelmäßigen, engen Kontakt zueinander.

„Eine besonders wichtige Rolle in dieser Zusammenarbeit spielen gegenseitiges Vertrauen und Verständnis füreinander“, betonte Polizeipräsident Gregor Lange. „Es gibt nicht auf der einen Seite die Polizei und die Menschen mit Migrationshintergrund - Die Polizei ist ein Abbild der Gesellschaft und das muss sie auch sein. Wichtig ist mir, dass meine Führungskräfte als Vorbilder fungieren. Daher treibe ich die interkulturelle Arbeit in meiner Behörde voran und bin auch gerne ein Teil von ihr“, so Lange.

Führungskräfte als Vorbilder

An den Fortbildungen des Multikulturellen Forums für Beamten und Nachwuchsführungskräfte, Tagungen und Events zu interkulturellen Handlungs- und Führungskompetenzen nahmen bereits zahlreiche Polizisten teil. „Es ist wichtig, dass insbesondere Führungskräfte als Vorbilder fungieren und für kulturelle wie religiöse Vielfalt sensibilisiert sind. Gerade für das Erkennen von Mechanismen von struktureller Diskriminierung ist diese Kompetenz unerlässlich,“ betont Projektleiterin Sabrina Beckmann und verweist auf die Empfehlungen des NSU-Untersuchungsausschusses: Eine stärkere Rolle von interkultureller Kompetenz in der Arbeitskultur der Polizei sowie die Gewinnung von Menschen mit Migrationshintergrund für den Polizeidienst.

Facheinrichtung und Migrantenorganisation

„Hierfür bedarf es einer vielfaltsorientierten Organisationsentwicklung und einer Kultur der Chancengleichheit im eigenen Haus,“ betont Kenan Küçük, Geschäftsführer des Multikulturellen Forums. Eine solche Organisationskultur könne am besten im Austausch und Diskurs mit der Zivilgesellschaft und Migrantenorganisationen entwickelt werden. Die Doppelrolle des Multikulturellen Forums als Facheinrichtung und Migrantenorganisation sei daher ein Gewinn für die Kooperation mit der Polizei Dortmund: „Transkulturelle Kompetenz, religiöse und kulturelle Vielfalt, Rassismus, Antisemitismus und Antimuslimischer Rassismus sind Themen, an denen kontinuierlich gearbeitet werden muss,“ so Küçük.

Das Projekt VielfaltPlus

VielfaltPlus bietet (Weiter-)Qualifizierung von Verwaltungsmitarbeiter mit dem Ziel, diese auf die Bedürfnisse einer immer vielfältigeren Kundschaft vorzubereiten sowie sie in ihrer alltäglichen Arbeit zu stärken. Das Multikulturelle Forum e.V. arbeitet im Projekt zusammen mit dem Jobcenter Dortmund, dem Jobcenter Kreis Unna, dem Jobcenter Kreis Gütersloh, dem Amt für Bezirksangelegenheiten Stadt Hamm, dem Kommunalen Jobcenter Hamm, der JVA Iserlohn und der Polizei Dortmund. Das Projekt wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert.
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