Müllsammeln: „Wenn die Jugend unseren Müll wegräumt, dann sollten wir mitmachen“

dzSammelaktion

Bei einer Müllsammelaktion am Samstag haben Selmer freiwillig mitangepackt. Vor allem Jugendliche sammelten den Müll anderer Leute auf. Besonders ein Abfallprodukt fanden sie oft.

Selm

, 25.11.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen 180 und 220 Liter passen in eine durchschnittliche Badewanne. Noch mehr Liter passten da in die Mülltonnen, die engagierte Selmer während einer Müllsammelaktion am Wochenende zur Verfügung hatten. 240 Liter fassten die fünf Tonnen jeweils, die die Stadtwerke für die Aktion zur Verfügung gestellt hatten.

Und eben diese Tonnen waren am Ende, nach drei Stunden Sammelzeit, „gut gefüllt“, wie Jeannine Tembaak vom Klimatreff in Selm sagt.

Müllsammeln: „Wenn die Jugend unseren Müll wegräumt, dann sollten wir mitmachen“

„Nehmt euren Müll mit“ Diese und ähnliche Botschaften haben die Müllsammler an mehreren Stellen in der Stadt hinterlassen. © Klimatreff Selm

Einige waren frustriert von der Menge

Überrascht von der Müllmenge war Tembaak, die sich neben dem Klimatreff auch bei „Parents for Future“ engagiert, allerdings nicht. „Wie viel Müll rumliegt, nimmt man schon wahr, wenn man angefangen hat, darauf zu achten“, sagt sie. Es habe aber einige Teilnehmer gegeben, die gefrustet waren, auf Grund der großen Müllmenge, die herumlag.

Etwa 34 Menschen waren gekommen, um am Freitag freiwillig Müll zu sammeln. Vor allen Dingen Jugendliche waren dabei, sie hatten die Aktion im Klimatreff auch angestoßen und waren in großer Zahl vertreten.

Die Gruppe traf sich vorm Bürgerhaus und sammelte dann an verschiedenen Orten: Zum Beispiel am Bahnhof Selm und Beifang oder am Freibad Selm. Dabei fiel vor allen Dingen etwas besonders negativ auf: die vielen Zigaretten, die überall herumgelegen hätten. „Die waren wirklich an jeder Ecke, teilweise auch um Mülleimer herum.“

Müllsammeln: „Wenn die Jugend unseren Müll wegräumt, dann sollten wir mitmachen“

Vor allen Dingen viele Zigarettenkippen fanden die Selmer. © Klimatreff Selm

Schwerpunkt Zigarettenstummel

„Schade, dass manche Menschen so wenig Sensibilität dafür haben, wo sie ihren Müll hinschmeißen“, findet Jeannine Tembaak. Die Zigarettenstummel seien auch ein Schwerpunkt der Sammelaktion gewesen“, so Tembaak. Eine einzige weggeworfene Zigarette verunreinigt schließlich 40 Liter Grundwassern.

Neben den vielen Zigarettenstummeln fanden die Sammler vor allen Dingen auch Verpackung von Süßigkeiten oder Flaschen. Aber auch größere Funde, wie eine Matratze oder ein Hocker, seien dabei gewesen. Wegen des vielen Mülls hätten sich manche der Gruppen dann auch auf das Aufsammeln der Zigaretten fokussiert, da die Mülltonnen schon voll gewesen sind.

Einen Termin für eine weitere Sammelaktion gibt es noch nicht, aber es gibt schon den konkreten Plan, an einem Samstagnachmittag zu sammeln. Dann mit Unterstützung der Händler aus der Altstadt.

Jugend als Vorbild

„Es wird schon mehr mit dem Müll“, sagt Nicole Reuter, die Sprecherin der Werbegemeinschaft für die Altstadt. Auch sie hat festgestellt, dass vor allen Dingen Zigarettenkippen weggeschmissen würden.

„Auch in Gullys“, sagt Reuter. „Offenbar ist bei einigen nicht angekommen, dass das Gesamtbild der Stadt schöner ist, wenn man seine Zigaretten nicht irgendwo hinschmeißt“, sagt sie. Man müsste mal darüber reden, ob es in der Altstadt genügend öffentliche Mülltonnen gebe, oder ob vielleicht noch einige aufgestellt werden könnten.

Müllsammeln: „Wenn die Jugend unseren Müll wegräumt, dann sollten wir mitmachen“

Viel Müll kam zusammen © Klimatreff Selm

Jeannine Tembaak fand, dass bei der Sammelaktion an den Plätzen im Zentrum eigentlich genug Mülleimer da waren. Nur viele hätten ihren Müll auch direkt daneben geschmissen. Einige der Sammelteilnehmer haben deswegen ihren Ärger mit Kreise-Botschaften zum Ausdruck gebracht. „Mülleimer“ hätten sie mit Ausrufezeichen und Pfeilen auf den Boden geschrieben.

Nicole Reuter findet die Aktion auf jeden Fall gut und möchte gerne mit den Händlern der Altstadt beim nächsten Mal dabei sein: „Wenn die Jugend unseren Müll weggeräumt und uns ein Vorbild ist, dann sollten wir auch mitmachen“, sagt Reuter.

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