Die Müllentsorgung in Werne wird teurer - obwohl weniger Müll erwartet wird

Müllentsorgung und Straßenreinigung

Müllentsorgung, Straßenreinigung und Klärschlammentsorgung werden 2020 teurer - und das, obwohl die Menge an Müll sinken soll. Das sorgt für eine heiße Debatte.

Werne

, 22.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Müllentsorgung in Werne wird teurer - obwohl weniger Müll erwartet wird

Müllentsorgung, Klärschlammentsorgung und Straßenreinigung werden in Werne teurer. © dpa

Die Müllentsorgung wird 2020 teurer - obwohl die Werner voraussichtlich weniger Müll produzieren. Das steht in der Gebührenordnung für das kommende Jahr.

Grundlagen für die kalkulierten Abfallmengen 2020 sind die in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich angefallenen Abfallmengen. Die Stadt hat berechnet:

  • Restmüll: im Vergleich zu 2019 sinkt die Müllmenge um ein Prozent auf 4520 Tonnen.
  • Sperrmüll: 2020 werden 1199 Tonnen Müll erwartet - das sind 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr.
  • Biomüll: 1368 Tonnen Biomüll werden erwartet - das sind 10,32 Tonnen weniger als im Vorjahr.
  • Altpapier: Um 7,2 Prozent sinkt die Altpapiermenge voraussichtlich im kommenden Jahr - das sind insgesamt 2010 Tonnen.
  • Grünabfall: Nur für den Grünabfall wird ein Plus erwartet: 232,14 Tonnen waren es 2019. 2020 werden es voraussichtlich 255 Tonnen.

Restmüll (Abfuhr alle 14 Tage)

Die Müllabfuhr werde aufgrund der Personalkosten teurer, heißt es in der Gebührenordnung. Die Kosten für die Mülltonnen richten sich nach dem Fassvermögen in Litern. Lediglich die ganz großen Mülltonnen werden im kommenden Jahr günstiger.

  • 60 Liter: 143,39 Euro (+ 13,6 Prozent)
  • 80 Liter: 176,91 Euro (+ 12,1 Prozent)
  • 120 Liter: 243,90 Euro (+ 10,4 Prozent)
  • 240 Liter: 445,91 Euro (+ 8,6 Prozent)
  • 1100 Liter: 2139,04 Euro (– 0,7 Prozent)
  • 2200 Liter: 4258,01 Euro (– 1,7 Prozent)

Biomüll (Abfuhr alle 14 Tage)

  • 60 Liter: 68,24 Euro (+ 11,3 Prozent)
  • 80 Liter: 75,53 Euro (+ 8,7 Prozent)
  • 120 Liter: 90,28 Euro (+ 5,4 Prozent)
  • 240 Liter: 133,27 Euro (– 0,7 Prozent )

Straßenreinigung

Die Straßenreinigung wird teurer - auch hier liegt es daran, dass die Personalkostenrechnung überarbeitet wurde und daher ein höherer Bedarf errechnet wurde. Die Gebühr beinhaltet sowohl die Straßenreinigung als auch den Winterdienst. Pro Veranlagungsmeter bezahlen die Werner künftig 3,60 Euro - im laufenden Jahr waren es 3,07 Euro.

Klärschlamm:

Der Gesamtgebührenbedarf 2020 für die Klärschlammentsorgung steigt ebenfalls wegen erhöhtem Personalaufwand um 14 Prozent von 39,06 auf 44,70 Euro pro halbem Quadratmeter.

Mülleimer

“Die Behälterbestände werden sich voraussichtlich moderat entwickeln und gemäß der neuen Kalkulation um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2019) ansteigen“, heißt es in der Vorlage für den Haupt- und Finanzausschuss am 27. November.

Für das Jahr 2020 werden insgesamt 203 Behälter mehr prognostiziert. Aktuell gibt es 12.120 Mülleimer in Werne. Bis auf die ganz großen Restmülltonnen (1100 und 2200 Liter) kommen in allen Größen Müllbehälter hinzu.

Auswirkungen auf die Familie Mustermann

Familie Mustermann aus Werne hat eine 80-Liter-Restmülltonne und eine 60-Liter Biomülltonne. Die vorgeschlagenen Gebührensätze würden für Familie Mustermann eine Erhöhung der Gebühren in Höhe von 26,03 € bedeuten:

  • Restmüll: 176,91 Euro statt 157,80 Euro (+ 19,11 Euro)
  • Biomüll: 68,24 Euro statt 61,32 Euro (+ 6,92 Euro)
  • Gesamt: 245,15 Euro statt 219,12 Euro (+ 26,03 Euro)

Die Familie Mustermann aus Werne hat 15 Meter zu reinigen. Bedeutet: Im Jahr 2020 muss die Familie 55,50 Euro Straßenreinigungsgebühr zahlen, 9,60 Euro mehr als im Vorjahr.

Heiße Debatte um Müllkosten in sozialen Netzwerken

Auf Facebook wird heiß über die Gebührenerhöhung diskutiert. Die Bürger befürchten, aufgrund von steigenden Lebenshaltungskosten aus Werne wegziehen zu müssen. Andere fühlen sich veräppelt, weil sie mehr Geld für weniger Müll bezahlen sollen. Und wieder andere ärgern sich über städtische Mülleimer, die viel zu selten geleert werden.

Am Mittwoch, 27. November werden die Berechnungen der Stadtverwaltung im Haupt- und Finanzausschuss im Stadthaus vorgelegt.

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