Mountainbiker lösen sich durch mehr Kontrollen nicht in Luft auf

dzKommentar der Redaktion

Verbieten, kontrollieren, gängeln: Konstruktives fällt der Stadt Unna im Umgang mit Mountainbikern nicht ein. Statt den Konflikt zu lösen, wird man ihn so nur verschärfen.

16.09.2019, 13:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahren fahren in einem Teilstück des Bornekamps, im sogenannten Bombentrichter, die Mountainbikes. Im Haupt- und Finanzausschuss machte der Beigeordnete Dirk Wigant in der Vorwoche nochmals klar: Die Stadt toleriert das Biken hier nicht, will künftig verstärkt kontrollieren.

Das wird die Sportler nicht davon abhalten, hier trotzdem zu fahren. Die CDU spricht sich für Ersatzflächen aus, die SPD als einzige Fraktion fordert, dass man zumindest eine Legalisierung prüfen sollte. In Ludwig Holzbeck hat das zuletzt der zuständige Dezernent im Kreis Unna sogar in Aussicht gestellt.

Positive Freizeitgestaltung ermöglichen

Statt diese Möglichkeit zumindest zu prüfen, stellt sich die Stadt aber von vornherein quer. Bürgerinitiative sei Dank wird für viel Geld die Eissporthalle erhalten. Der von den Mountainbikern genutzte Bombentrichter – der nur einen Teil des Bornekamps umfasst – könnte für einen Bruchteil des Geldes für Freizeitaktivitäten genutzt werden. Mit klaren Regeln – bestenfalls betreut von einem Verein, wie es auch SPD-Fraktionschef Bernd Dreisbusch zuletzt vorschlug. Der feste Kern der Unnaer Mountainbiker hat signalisiert, dass man dazu bereit wäre.

Das würde dann auch den Argumenten von Kerstin Heidler, Beigeordnete im Jugendbereich, den Wind aus den Segeln nehmen, dass die Stadt bei Unfällen haften würde. Eine Aussage, die allgemein angezweifelt werden darf, da sich Kommunen sonst auch bei jedem umgeknickten Spaziergänger auf eine Haftungsklage einstellen müssten.

Dass man sich beim Mountainbiken verletzen kann: völlig richtig. Auch schwere Verletzungen muss man einkalkulieren. Das kann mir aber auch sonntags auf dem Fußballplatz passieren, wenn mir ein übermotivierter Gegner die Knochen zertritt.

Verweigerungshaltung der Stadt Unna nicht nachvollziehbar

Statt auf ihrer Verweigerungshaltung zu beharren, sollte die Stadt zumindest prüfen, inwieweit Ludwig Holzbecks Aussagen für den Kreis realistisch sind. Klare Regeln beim Anlegen von Hindernissen auf dafür festgelegten Pfaden rund um den Bombentrichter. Ein Verein im Hintergrund, der von der Stadt in die Pflicht genommen werden kann – das würde helfen.

Den oftmals jugendlichen und jungen Menschen stattdessen mit mehr Kontrollen zu drohen, um das Verbot durchzusetzen – ohne eine mögliche Ausnahmegenehmigung zumindest zu prüfen – das wirkt wie Arbeitsverweigerung. Damit schießt sich die Stadt selbst ins Bein.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Markenbotschafterin

Neue Kollektion und Autogrammstunde: Birgit Schrowange besucht Adler-Filiale