Mordprozess nach Schüssen in Blumenladen: Rätsel um Tatwaffe

Ein halbes Jahr nach den tödlichen Schüssen auf eine Frau (27) in einem Blumenladen in Neuss muss sich der mutmaßliche Täter ab dem 30. Oktober unter anderem wegen Mordes vor Gericht verantworten. Wie das Landgericht Düsseldorf mitteilte, hatte der heute 32-Jährige laut Anklage geplant, sein Opfer erst zu vergewaltigen und dann zu töten. Nach den Schüssen hatte sich der Deutsche auf Bahngleise nahe dem Tatort gelegt und war von einem Zug erfasst worden. Der Mann überlebte schwer verletzt.

09.10.2019, 13:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mordprozess nach Schüssen in Blumenladen: Rätsel um Tatwaffe

Polizeifahrzeuge fahren mit eingeschaltetem Blaulicht auf einer Straße. F. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Staatsanwalt wirft dem Meerbuscher noch eine weitere Tat vor, die bereits 2016 passiert sein soll: Demnach soll er im Juli 2016 seine damalige Freundin, eine andere Frau als das spätere Mordopfer, im Badezimmer eingesperrt und zu Oralverkehr gezwungen haben. Am Neujahrstag 2019 soll er dann versucht haben, sein späteres Opfer zu vergewaltigen. Nach Polizeiangaben hatte sie am 3. April vor dem Amtsgericht erwirkt, dass der Mann sich ihr nicht mehr nähern dürfe.

Rund drei Wochen später, am 26. April, soll der Mann der 27-Jährigen mit einem Revolver (Marke „Smith & Wesson“) in Neuss aufgelauert haben. Er habe - so der Staatsanwalt am Mittwoch - wieder das Ziel gehabt, die Frau zu vergewaltigen und danach zu töten.

Die Frau floh, der 32-Jährige rannte hinterher und schoss erst auf der Straße auf sie. In einem Blumenladen, in den die 27-Jährige geflohen war, soll er aus kurzer Distanz weitere Schüsse auf die Frau abgegeben haben. Das Opfer erlitt laut Anklage vier Schussverletzungen in Kopf-, Hals-, Brust- und Schulter, an denen sie im Krankenhaus starb.

Woher der Mann den Revolver hatte, wird laut Staatsanwaltschaft noch ermittelt. Für den Mordprozess sei dies aber auch nicht erheblich, so ein Sprecher. Das Gericht hat 17 Verhandlungstage angesetzt.

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