Mordprozess Sankt Augustin: Zehn Jahre Haft gefordert

Im Bonner Mordprozess um den Tod einer 17-Jährigen in einer städtischen Unterkunft in Sankt Augustin hat die Staatsanwältin zehn Jahre Haft gefordert. Das ist die höchste Jugendstrafe, die verhängt werden kann. Das teilte ein Sprecher des Bonner Landgerichts am Dienstag mit. Laut Anklage soll der 17-jährige Deutsch-Kenianer, der die 17-Jährige am Tag zuvor kennengelernt und in seine Unterkunft mitgenommen hatte, das Mädchen in der Nacht zum 1. Dezember 2018 in seinem Zimmer vergewaltigt und anschließend zur Vertuschung erstickt haben. Die 17-Jährige, die aus Unkel im Kreis Neuwied stammte, soll nach dem sexuellen Übergriff gedroht haben, ihn bei der Polizei anzuzeigen. Daraufhin - so die Staatsanwältin - habe sie sterben müssen.

02.07.2019, 14:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Nebenklagevertreter der Mutter und Schwester der Getöteten sowie ihres Vaters haben sich dem Plädoyer der Staatsanwältin angeschlossen. Die Verteidiger des Angeklagten gehen weder von einer Vergewaltigung noch von einer vorsätzlichen Tötung, also Mord oder auch Totschlag, aus, sondern haben auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert. Die Strafhöhe stellten sie in das Ermessen des Gerichts.

Der Prozess vor dem Bonner Jugendschwurgericht findet seit dem zweiten Verhandlungstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass der Angeklagte zur Tatzeit 19 Jahre alt, also heranwachsend gewesen war. Zum Prozessauftakt jedoch hatte der Angeklagte erklärt, dass er zwei Jahre jünger sei. Das Urteil ist für Freitag (5. Juli) angekündigt.

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