Morddrohungen und Prügel-Auftritte: Psychisch krankem Schwerter droht die Zwangseinweisung

dzLandgericht Hagen

Vor dem Hagener Landgericht hat ein Sicherungsverfahren gegen einen mutmaßlich unberechenbaren Gewalttäter (35) aus Schwerte begonnen. Dem psychisch kranken Mann droht die Zwangseinweisung.

Schwerte

, 28.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Blutrünstige Morddrohungen, Randale mit einer Schaufel, Hiebe mit einem Straßenschild: Nach einer mutmaßlichen Serie von Gewaltauftritten steht die Freiheit eines 35-jährigen Schwerters seit Dienstag am Hagener auf dem Prüfstand. Die Staatsanwaltschaft hält den psychisch kranken Mann für eine Gefahr für die Allgemeinheit und strebt deswegen eine zeitlich unbefristete Unterbringung in einer geschlossenen Straftäter-Psychiatrie an.

Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung, Diebstahl

Zum Prozessauftakt wollte sich der Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen äußern. „Er wird vorerst keine Angaben machen“, sagte sein Verteidiger Andre Hohberg.

Gefährliche Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung, Diebstahl mit Waffen und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte: Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Schwerter im Zeitraum von September 2016 und September 2018 eine ganze Reihe an Vorwürfen zusammengetragen.

Am 10. September 2016 soll der heute 35-Jährige im Stadtpark binnen weniger Stunden gleich zweimal auf einen Kontrahenten losgegangen sein. Erst soll er mit einer Holzlatte auf den Mann eingeprügelt haben, später soll er sogar mit einem mobilen Straßenschild auf den Mann losgegangen sein.

„Ich besorge mir eine Waffe und schieße euch alle tot.“

Knapp ein Jahr später, am 11. August 2017, soll der 35-Jährige trotz bestehenden Hausverbots in seiner Stammkneipe in Schwerte aufgetaucht, daraufhin rausgeworfen worden sein und dabei den Wirt mit diesen Worten bedroht haben: „Ich stech‘ Dich ab. Ich besorge mir eine Waffe und schieße euch alle tot.“ Mitten in der Nacht soll der Beschuldigte dann mit einer Schaufel die Scheiben der Kneipe an der Hörder Straße eingeschlagen haben.

Außerdem soll der 35-Jährige im August 2018, nachdem er am Bahnhof in Schwerte als Fahrraddieb aufgeflogen war, einen Zeugen mit einer Schere attackiert haben. Am 29. September 2018 soll er erneut im Stadtpark randaliert und nach Erteilung eines Platzverweises eine Polizistin durch wildes Umsich-Schlagen verletzt haben.

Sicherungsverfahren: Klassische Bestrafung ausgeschlossen

Weil der Beschuldigte aufgrund seiner Erkrankung (paranoide Schizophrenie) von vornherein als erheblich vermindert schuldfähig eingestuft wird, geht es am Hagener Landgericht allein eine mögliche Zwangseinweisung in eine geschlossene Psychiatrie. Aktuell ist der 35-Jährige bereits vorläufig in der LWL-Klinik in Herne untergebracht. Eine klassische Bestrafung ist in dem sogenannten Sicherungsverfahren von vorneherein ausgeschlossen.

Die Richter der 6. Strafkammer haben noch weitere fünf Verhandlungstage bis zum 4. Oktober anberaumt.

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