Mord und Totschlag: Ermittler sehen Chancen bei 80 Altfällen

Derzeit werden im Landeskriminalamt NRW sämtliche ungeklärten Mordfälle seit 1970 unter die Lupe genommen. Bei rund 80 Verbrechen sehen die Ermittler bereits Chancen, den Täter doch noch zu ermitteln.

26.11.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Spezialisten des Landeskriminalamts (LKA) in NRW sind bei rund 80 ungeklärten Fällen von Mord und Totschlag auf Ansätze gestoßen, die Verbrechen doch noch aufzuklären. Das hat LKA-Sprecher Frank Scheulen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt.

Bislang seien 168 der landesweit rund 1100 ungeklärten Fälle, sogenannte Cold Cases, aufbereitet, digitalisiert und in eine neue Datenbank aufgenommen worden. Dabei seien in etwa der Hälfte der Fälle Ansätze entdeckt worden, mit denen die jeweilige Tat möglicherweise doch noch aufgeklärt werden könnte.

Seit Anfang 2018 entsteht im LKA die neue Datenbank. In ihr sollen alle ungelösten Morde in NRW seit 1970 digitalisiert und gespeichert werden. Noch nicht verjährte Fälle von Totschlag, Mordversuche und besondere Vermisstenfälle sind auch dabei - darunter verschwundene Kinder.

Bislang konnte bei einem Altfall, dem Tötungsdelikt an Claudia O. in Lohmar bei Bonn, zunächst ein Durchbruch erzielt werden. Claudia O. war 1987 umgebracht worden. Die Cold-Case-Ermittler hatten die Tat noch einmal in allen grausamen Einzelheiten analysiert. Dann nahmen sie sich die - immer noch eingelagerten - Asservate vor und untersuchten sie gezielt auf DNA.

Zum Vorschein kam der genetische Fingerabdruck eines bereits wegen anderer Verbrechen verurteilten Doppelmörders. Der Haftbefehl gegen den Mann war allerdings später vom Landgericht Bonn aufgehoben worden, weil das Gericht die DNA-Spur allein als nicht ausreichend ansah, wie ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft am Dienstag sagte. Das LKA hält den Fall dennoch für „kriminalistisch geklärt“.

Weitere Meldungen