Moped fahren mit 15 Jahren: Das sagt eine Fahrschule in Selm zum neuen Mofa-Führerschein

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Voraussichtlich ab Ende Januar dürfen auch 15-Jährige einen Moped-Führerschein mit bis zu 45 km/h machen. Für den Straßenverkehr bedeutet das eventuell eine Steigerung der Sicherheit.

von Lena Zschirpe

Selm

, 30.01.2020, 20:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Beschluss ist durch und voraussichtlich bis Ende Januar soll eine neue Verordnung im Straßenverkehr in Kraft treten: Das Mindestalter für den Erwerb eines Moped-Führerscheins wird von 16 auf 15 Jahre herabgesetzt. Damit sollen Jugendliche in einer ländlichen Region eine zusätzliche Mobilitätsoption haben.

Der sogenannte AM-Führerschein erteilt die Fahrerlaubnis für Zweirädrige Kleinkrafträder und Fahrräder mit Hilfsmotor oder dreirädrige Kleinkrafträder und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h.

Moped-Führerschein: Erfahrung kann später nützlich sein

„Es gab dazu schon viele Anfragen, als der Beschluss noch nicht durch war“, sagt Stefan Kroiher, Fahrlehrer und Inhaber der gleichnamigen Fahrschule. Er rechnet eher in den nächsten Wochen mit Anmeldungen. Gerade in einer ländlichen Gegend wie Selm sieht er den Bedarf. „Wenn jemand beispielsweise in Ascheberg eine Ausbildung beginnt, wie soll der sonst da hin kommen?“ Auch 17-Jährige, die mit dem Auto-Führerschein starten wollen, tun dies seiner Erfahrung nach häufig mit der Motivation einer Ausbildung.

Auch der ADAC begrüßt es, dass das Mindestalter für den Moped-Führerschein gesenkt wurde, wie der Verkehrsclub auf seiner Homepage schreibt. Aus Sicht des ADAC wäre es allerdings wünschenswert gewesen, eine bundeseinheitliche Regelung zu finden. Jugendlichen sollte es ermöglicht werden, auch die Grenzen der Bundesländer mit dem Moped zu überqueren.

Diese Vorteile hat der neue Beschluss zum Moped-Führerschein

Stefan Kroiher sieht einen großen Vorteil der neuen Regelung vor allem in der Erfahrung, die die Jugendlichen auf dem Moped bis zum Pkw-Führerschein sammeln können. „Die Fahrschüler mit dieser Vorerfahrung haben schon aktiv am Straßenverkehr teilgenommen und können dementsprechend einiges schneller umsetzen.“ Sich Fahrstunden oder die theoretische Prüfung für die Führerscheinklasse B anrechnen lassen, sei aber nach wie vor gesetzlich nicht möglich.

Ein weiterer Pluspunkt des neuen Beschlusses sei, dass die „langsamen Fahrzeuge so nach und nach von der Straße verschwinden könnten“, so Kroiher. Auch das sogenannte „Frisieren“ von Mofas könne durch den neuen Beschluss ein Ende finden und der Straßenverkehr somit sicherer werden.

Den klassischen Mofa-Führerschein kann man übrigens immer noch machen. Denn beim neuen AM-Schein stellt sich auch die Kostenfrage. „Bei einem Mofa-Kurs ist man mit etwa 155 Euro dabei. Bei dem AM-Führerschein liegt die finanzielle Deckung der Mindestanforderung bei 900 Euro“, so Koiher. Die Kosten könnten aber weitaus höher ausfallen. Beim AM-Führerschein muss im Gegensatz zum Mofa-Kurs auch eine Prüfung absolviert werden. Auch das könne grundsätzlich zu mehr Sicherheit führen.

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